Berlin : Kurzmeldungen

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Am Potsdamer Platz soll der Ballon weg. Das ist o.k, wenn dort gebaut werden muss. Und nun muss ein neuer Ort her für diese Touristenattraktion. Was bietet sich da mehr an als die Öde des Schlossplatzes? Denn derzeit ist dort nichts als ein unansehnlicher Ruinenrest eines angeblichen einstigen „Palastes“ – und ein paar Kellerfundamente eines längst untergegangenen Schlosses. Alles andere, was dort ist, ist rein virtuell: der Streit, die Pläne und die Träume – was aber den schönen farbigen Ballon überhaupt nicht am Schweben hindert. Sollen sich doch Schloss–Erbauer und Palast-Nicht-Abreißer gegenseitig über die Zukunft dieses Platzes beharken und befehden. Es stört nicht – denn es wird auf absehbare Zeit nichts dabei herauskommen. Mal im Ernst: Woher sollen die Milliarden für das Phantasieschloss denn kommen? Eher wird die Schlossplatzöde noch größer, dann nämlich, wenn das Palastgerippe auch weg ist.

Keiner will den Ballon dort für Jahrzehnte oder Jahrhunderte fest installieren, am Potsdamer Platz waren es ja auch nur zwei Jahre. Aber es waren zwei Jahre der Tat und nicht des Traumtanzens und Phantasiegebäude-Bauens – davon sind am Schlossplatz schon viel mehr verstrichen. Wenn ein mutiger Geschäftsmann diesen Ballon weiter steigen lassen will, dürfen Bürokraten ihn nicht stoppen. Jörn Hasselmann

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