Berlin : Kurzmeldungen

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Die Ladenschlusszeiten wurden verlängert, obwohl das nicht der Ankurbelung der Wirtschaft diente. Aber es hilft den Kunden, die erst nach 18 Uhr in Ruhe einkaufen gehen wollen. Wir können in Berlin bis weit nach Mitternacht in der Kneipe sitzen, ganz einfach weil es Spaß macht. Aber wir dürfen nur bis 18 Uhr wählen gehen. Auf dem flachen Land mag das in Ordnung sein, aber in der Großstadt werden viele Leute erst gegen Abend munter. Die alte deutsche Gewohnheit, dass die Wahllokale um 8 Uhr öffnen und um 18 Uhr schließen, verstößt – jedenfalls in den urbanen Regionen der Republik – gegen moderne Lebensgewohnheiten.

Der Sonntag bewegt sich schon lange nicht mehr im Rhythmus: Frühstück, Kirchgang, Mittagessen, Familienspaziergang, Kaffee und Kuchen und Verwandtenbesuch. Auch die Feiertage wurden dereguliert und in Städten wie Berlin machen sich vor allem die Jüngeren erst bei Sonnenuntergang Gedanken darüber, wie man den Tag gestalten könnte. Warum also lassen die Innenminister und Wahlleiter keine längeren Wahllokal-Öffnungszeiten zu? Bis 21 Uhr, wie bei den Europawahlen. Wir müssen ja nicht übertreiben wie in Irland, wo eine Woche lang täglich bis 22.30 Uhr gewählt werden darf. In Österreich kann jeder Wahlkreis selbst bestimmen, wann die Wahlzeit endet. Und selbst die deutschen Wahlordnungen lassen, wenn „besondere Gründe“ es erfordern, zeitliche Spielräume zu. Es geht um mehr Freiraum für die Ausübung demokratischer Rechte. Ulrich Zawatka-Gerlach

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