Berlin : Kurzmeldungen

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Was nutzt es einem Schüler, der mit der Rechtschreibung kämpft, dem die Welt der Zahlen fremd bleibt oder der Sprachen schwer lernt, wenn ihn die Eltern aufs Gymnasium schicken? Er wird es immer schwer haben oder vor dem Abitur scheitern. Vielleicht schafft er nicht einmal das Probehalbjahr und muss zurück auf die Hauptschule. Das sollte man jedem Kind ersparen. Leider bringen Eltern und Lehrer lernschwache Kinder trotzdem in diese schwierige Lage. Denn es gibt viele Möglichkeiten, sich ins Gymnasium zu mogeln. Die Noten, die Grundschulgutachten und das freie Elternwahlrecht unterliegen nur teilweise objektiven Kriterien. Häufig spiegelt sich in zu guten Noten, in einer zu wohlwollenden Begutachtung und im Elternwillen nur das Interesse, auch schwächere Schüler in die Oberschule zu hieven. Falsch verstandene Toleranz der Lehrer, Ehrgeiz und Prestigedenken sind dabei häufige Motive. Das geltende Auswahlsystem, das Benotung und Gutachten der abgebenden Schulen zum Maßstab macht, führt fast zwangsläufig dazu, dass die vorbildliche Durchlässigkeit unseres Bildungssystems zum Nachteil der betroffenen Schulen und Schüler gerät. Die annehmenden Schulen sollten deshalb entscheiden dürfen, welche Kinder sie aufnehmen. Dazu bedarf es standardisierter Verfahren, die Leistungsfähigkeit, Sozialkompetenz und Entwicklungpotenzial „messen“ können. Sei es mit einem Test oder einem prüfenden Gespräch. So wächst die Chance einer einheitlichen und dadurch gerechten Auswahl. Ulrich Zawatka-Gerlach

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