Berlin : Kurzmeldungen

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Peter Strieder ist wahrlich kein Ausländerfeind. Peter Strieder ist für rücksichtsvolles Zusammenleben in den Stadtquartieren. Insofern verlangt er mit Fug und Recht, dass Liberalität nicht mit Libertinage verwechselt wird und sich auch Ausländer anpassen müssen. So weit, so gut. Doch wer sich auf das weite Feld der Ausländerpolitik begibt, muss aufpassen, dass er nicht ausrutscht. Strieder hat sich unpräzise geäußert, und das ist gefährlich.

Dass es in spannungsreichen Quartieren nicht so zugeht, wie es wünschenswert ist, hat doch wohl mehr mit sozialen als mit ethnischen Problemen zu tun. Nein, Kinder haben zur Geisterstunde nicht auf der Straße herumzutoben. Aber er erweckt den Eindruck, dass er die Türken meint. Dabei gibt es leider in allen Bevölkerungsgruppen Sozialwaisen, die unausgeschlafen und ohne Frühstück zur Schule geschickt werden. Im übrigen rennt Strieder mit seinem Appell zum Engagement für ein gedeihliches Zusammenleben offene Türen ein. Sauberkeit, rücksichtsvolles Verhalten, Deutsch- und Integrationskurse – das sind Selbstverständlichkeiten.

Zu Recht freut sich Christoph Stölzl „dass die Sozialdemokratie nach einer Odyssee von Irrtümern endlich dort anzukommen versucht, wo eine bürgerliche Vorstellung von Stadt schon lange steht“. Aus Angst vor dem Vorwurf der Intoleranz und Ausländerfeindlichkeit haben Linke zu lange beschönigt. Gut so, falls Strieder mit seinem Vorstoß die Letzten aus der ideologischen Ecke holt. Brigitte Grunert

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