Berlin : Kurzmeldungen

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Dies ist ein freies Land, und daran will kein Mensch etwas ändern, auch Peter Strieder nicht. Kein Mensch verlangt, dass die Türken jetzt immer sonntags im Feinripp ihre Autos waschen oder am Strand als erstes eine Sandburg bauen, oder dass die Afrikaner ihre schwungvollen Gottesdienste auf deutsches Kirchgangniveau runterschrauben. Im Gegenteil freuen sich die meisten von uns darüber, dass die hier lebenden Ausländer unser Leben bunter und unsere Küche vielfältiger machen, uns zeigen, wie es abseits deutscher Starrheit auch geht. Aber ein paar Gemeinsamkeiten muss es geben. Gemeinsamkeiten verbinden, und das hilft, die Unterschiede zu überwinden. Sprache steht da an erster Stelle. Mag ja sein, dass man in Kreuzberg auch ohne Deutsch auskommen kann, weil vom Supermarkt über die Bank bis zum Reisebüro vieles in türkischer Hand ist. Mag auch sein, dass die Ausländer hier andere Probleme und Sorgen haben und es ihnen egal ist, ob Herr Strieder das Brandenburger Tor in hellgelbem oder hellgrauem Sandstein erstrahlen lässt. Letztlich ist es auch eine äußerst lässliche Sünde, Herrn Strieder gar nicht zu kennen. Aber 20 oder 30 Jahre hier zu leben und immer noch keinen einzigen deutschen Satz sagen zu können? Völliges Desinteresse an dem, was in dieser Gesellschaft zählt und sie zusammenhält? Den eigenen Kindern nicht zu vermitteln, wie sie einmal weiter kommen und eventuell hier ankommen können? Das ist mindestens fahrlässig. Es verschenkt eine Menge Potenzial und schadet uns allen. Fatina Keilani

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