Berlin : Kurzmeldungen

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Argumente statt Strafen, lautet eine Devise, nach der Erziehung funktioniert. Hat man Argumente, kann man überzeugen. Und so sollte man es auch mit den notorischen Rauchern auf Bahnhöfen halten. Das Zusammenführen der Raucher in speziellen Rauchbereichen dient laut Bahn AG in erster Linie dazu, die Reinigungskosten zu senken. Jährlich kostet die bundesweite Beseitigung von Kippen auf Bahnsteigen und im Gleisbett die Verkehrsunternehmen Millionen Euro. Diese Summe, wenn durch artiges Befolgen der Rauchdirektiven denn erstmal eingespart, sollte den Kunden dann aber auch wieder zurückgegeben werden – sprich: Bei erfolgreicher Raucherpolitik müssen die Fahrpreise billiger werden. Auf diesen tollen Plan könnte die Bahnen mit großen Plakaten hinweisen. Muss sich dennoch der eine oder andere Uneinsichtige eine Zigarette genau dort anzünden, wo es nicht erlaubt ist, reicht es sicher in 99,9 Prozent aller Fälle aus, wenn Bahnhofspersonal sie freundlich auf den Verstoß hinweist. Die Ankündigung von drakonischen Strafen führt doch allein dazu, das Klima auf den Bahnhöfen zu verbiestern. Tun Sie dies nicht, sonst …! Machen Sie das nicht, sonst …! Und wenn es jetzt, wie seltsamerweise fast immer, die Hardcore-Raucher sind, die nach harten Strafen für ihr Fehlverhalten schreien, dann sollten die Rücksichtsvollen ihre Ohren verschließen. Nur, weil die Notoriker Gründe brauchen, ihre Sucht zu bekämpfen, lassen wir anderen uns nicht unsere gemeinsamen Räume verhunzen. Ariane Bemmer

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