Berlin : Kurzmeldungen

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Auf die Gefahr hin, dass es peinlich oder rührselig klingt oder beides: Es gibt diese Begebenheiten im Leben, die einen bewegen. Wenn man sieht, wie ein verletztes Tier sich quält. Oder dann, wenn man diese Bäume sieht, deren Blätter sich kräuseln und krümmen. Selbst die Kastanie, die sich aller Enge im Hof zum Trotz immer höher zum Licht hin streckt, kümmert nur noch vor sich hin.

An kahle Hügel mit Baumruinen südöstlich von Berlin haben wir uns gewöhnt, an Begriffe wie saurer Regen und Waldsterben, aber was diese winzigen Schädlinge anrichten, geht einem ans Herz. Sollen die Kastanien jetzt jeden Sommer so aussehen? Sollen Berlins ohnehin vom Orkan stark mitgenommenen Bäume nun eingehen, weil kein Geld da ist, um das Laub mit den Puppen darin zu entsorgen oder neueste Behandungsmethoden zu erproben? Nein. Man muss versuchen, alles zu tun, was man tun kann, damit es nicht noch schlimmer kommt. Das müssten ABM-Trupps oder „Arbeit statt Sozialhilfe“-Teams mit den vielen Freiwilligen erledigen, und zwar schnell. Gibt es wirklich jemanden, dem ein einziger Euro weh tun würde? Meine Steuergelder, meine Steuergelder – das Gejammere kann unsereins nicht mehr hören. Wenn die Flut kommt, wenn der Orkan wütet, wenn Schädlinge zuschlagen, dann sollte jeder ein, zwei Mark zusätzlich entbehren können. Außergewöhnliche Vorfälle bedürfen außergewöhnlicher Maßnahmen. Ein paar Cent abzugeben schmerzt letztlich weniger als der Anblick zerfressenen Bäume. Annette Kögel

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