Berlin : Kurzmeldungen

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Wie wäre es schön, wenn man mit Geld alle Probleme der Welt lösen könnte. Eine Millionenspende hier, eine dort – und schon wär’s vorbei mit Hunger, Not und Naturkatastrophen. Ähnlich naiv scheinen manche Menschen der Plage zu Leibe rücken zu wollen, die derzeit Berlins Kastanien schwächeln lässt. Man müsste nur einen Batzen Geld für den Kampf gegen die gefräßige Miniermotte lockermachen, teure Chemikalien via Hubschrauber über der Stadt versprühen – und schon können die Bäume wieder in alter Pracht ergrünen…? Wenn’s denn nur so einfach wäre. Dabei ist das Problem in diesem Fall einmal wirklich nicht das fehlende Geld.

Die Experten haben bislang schlicht keine Idee, wie man der Miniermotte zu Leibe rücken könnte. Das Problem ist seit mehr als zehn Jahren bekannt – aber bis heute hat die Forschung noch kein Patentrezept entwickelt, wie bedrohte Bäume zu retten seien. Die beiden Methoden, die jetzt diskutiert werden, haben massive Nebenwirkungen. So wird beim Einsatz chemischer Verfahren die Bevölkerung einem Gift ausgesetzt, dessen Auswirkungen auf den menschlichen Körper bislang nicht abzusehen sind. Und beim gezielten Aussetzen Motten fressender Parasiten gerät möglicherweise das ohnehin labile ökologische System vollends aus dem Gleichgewicht.

Was wir brauchen, sind ausgereifte, wissenschaftlich fundierte Konzepte. Bis die vorliegen, müssen wir uns in Geduld üben. Aktionismus ist jedenfalls fehl am Platz. Lars von Törne

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