Berlin : Kurzmeldungen

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Herr Strieder, die SPD hat bei der Wahl auch auf Landesebene schlechter abgeschnitten, als Sie vorausgesagt haben. Sind Sie enttäuscht?

Wenn sich der Trend des Abends bestätigt, ist es nicht das, was wir hätten herausholen können. Sicher haben die Diskussionen der letzten Tage nicht zur Mobilisierung der SPD-Anhänger getaugt. Ich meine die Debatte über Herta Däubler-Gmelin und speziell in Berlin über die Giftliste.

Wie bewerten Sie den bundesweiten Trend des Wahlausganges insgesamt?

Die Deutschen haben die konservative Wende nicht gewollt. Das Vertrauen in Gerhard Schröder und Joschka Fischer ermöglicht die Fortsetzung der rot-grünen Koalition.

Sie haben in Berlin gegenüber der Bundestagswahl 1998 deutlich verloren.

Es kommt auf die Direktmandate an. Ich sehe die Chance, dass wir zehn der zwölf Berliner Wahlkreise gewinnen. Ich hoffe auch, dass Christine Bergmann den Wahlkreis Hellersdorf-Marzahn gewinnt. Ich freue mich, dass die SPD deutlich bessere Wahlergebnisse als bei der Abgeordnetenhaus-Wahl 2001 erzielt hat, ganz besonders im Ostteil der Stadt.

Ihr Koalitionspartner PDS musste kräftig Federn lassen. Wird die Zusammenarbeit im rot-roten Senatsbündnis damit schwieriger?

Das glaube ich nicht. Die PDS hat sich entschieden, in Berlin mitzuregieren. Eine zänkische Koalition kann nichts bewegen.

Wie wollen Sie für ein gutes Koalitionsklima sorgen, um die PDS bei der Stange zu halten?

Die PDS kennt ihre landespolitische Verantwortung. Die Führung muss ihren Mitgliedern erklären, dass Regieren nun einmal schwerer ist als Opponieren.

Das Gespräch führte Brigitte Grunert.

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