Berlin : Kurzmeldungen

NAME

LOSGELAUFEN

Kaum beachtet

Dieser Startschuss, den Klaus Wowereit und Verona Feldbusch im Nebel abgeben: Er klingt so gedämpft, als wäre der Schall in Watte gepackt. Aber die Läufer haben gute Ohren und laufen los. Wowereit und Verona winken ihnen lange und ausgiebig zu, aber kaum einer, wen wundert’s, beachtet sie. Verona guckt ein wenig enttäuscht.

Startverbot

Überhaupt der Nebel: Er ist zu Beginn des Laufs so dicht, dass die vom Fernsehen bestellten Hubschrauber mit den Spezialkameras nicht starten können. Die Fernsehleute und auch die Zuschauer sind enttäuscht, weil anfangs nur die Spitze des Frauenlaufs gezeigt werden konnte. „Das ist hier nicht London“, erklärt ein Kommentator – auch wenn es so schien.

Publikum gesucht

Unter den Linden stehen nicht so viele Leute am Straßenrand wie erwartet. Ist es das trübe Wetter oder liegt es daran, dass in der Umgebung verhältnismäßig wenig Leute wohnen? Die Läufer selbst haben keine Zeit, darüber nachzudenken.

Geschummelt?

Auf dem U-Bahnhof Spichernstraße wird zur besten Laufzeit ein Marathonläufer gesichtet. „Sie schummeln ja“, ruft ihm ein Mann entgegen. „Nein wirklich nicht“, antwortet der Läufer, „ich hab’ aufgegeben.“ Währenddessen wirbt die Anzeige über dem Bahsteig: „Wir bringen Sie zum Start.“

Brenzlige Situationen

Auf der Tauentzienstaße laufen Fußgänger über die Bahn, während die Skater noch rollen. Die Absperrgitter animieren Passanten, die Sperren zu überklettern, um Umwege zu sparen.

„Ich halte durch!“

Am Wilden Eber ist wieder der Teufel los. Ein Kultort für das Publikum, viele Nachbarn sprechen sich nur einmal im Jahr, und das ist hier und jetzt. Aber auch für die Läufer gehört der Ort zu den ersten Adressen, weil so viel Stimmung ist. „Mein Arzt!“, ruft eine Frau vor der Absperrung, und alle um sie herum gucken besorgt. Aber die Frau zeigt nur auf einen Läufer, und der erkennt sie und ruft ihr zu: „Keine Sorge, ich halte durch!“

Wassermann

„Herzlich willkommen bei Kilometer 17!“, preist ein Helfer den dortigen Erfrischungspunkt an. Seine Stimme schnarrt aus dem Lautsprecher wie die eines Losverkäufers auf dem Rummelplatz. „Hier gibt es das gute Berliner Wasser! Das köstliche Nass auf beiden Seiten!“ – der Straße nämlich, wo an langen Holztischen das Wasser mit Plastikbechern aus Plastikschüsseln geschöpft und an die Läufer verteilt wird. „Hopp, Hopp, Hopp!“, ruft der Wasser-Werber, „Erfrischt Euch!“ und „Kommt gut ins Ziel!“ Dann dudelt wieder Stimmungsmusik aus den Boxen. cvl

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben