Berlin : Kurzmeldungen

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Ganz schön mutig und revolutionär, was der Beamtenbund vorschlägt. Die Bezirksämter samt Hunderter von Verordneten mit begrenztem Einfluss abschaffen, dazu auch gleich die Bezirksbürgermeister: Das Schlachten heiliger Kühe ist nichts dagegen, der Aufschrei entsprechend laut. Aber ließe sich nicht vieles einfacher regeln, wenn für jeden Bezirk jeweils ein exzellenter Verwaltungsexperte die Übersicht behielte? Dann gibt es nur eine (Haupt-)Verwaltungsebene, die den Behördenweg drastisch und bürgerfreundlich verkürzen kann. Was hat die Zweigleisigkeit der Verwaltung - hier Bezirk, dort Senatsbehörde mit dem letzten Wort – wirklich gebracht? Mit Sicherheit Reibungsverluste. Was der Bezirk, beispielsweise im viel geplagten Baubereich, nicht erlaubt, kann die Hauptverwaltung im Widerspruchsverfahren genehmigen. Oder was ein Bezirk für unzulässig hält, findet ein anderer in Ordnung. Bei der jüngsten Bezirksfusion wurden aus 115 Stadträten 72. Ist die Stadt mit weniger Bezirken zusammengebrochen? Es wird effektiver gearbeitet, aber noch längst nicht effektiv genug. Ein Bezirksbürgermeister hat zwar die Dienstaufsicht über seine Stadträte, aber er selbst untersteht der Dienstaufsicht des Regierenden Bürgermeisters. Warum also nicht vereinfachen und dazu noch sechs Millionen Euro sparen? Zentralität ist in einer Millionenmetropole unumgänglich, wenn es für die Bevölkerung dezentrale Anlaufstellen gibt. Daran will, daran kann auch keiner rütteln. Christian van Lessen

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