Berlin : Kurzmeldungen

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STADTMENSCHEN

Eigentum statt Miete

Der litauische Botschafter Vaidievutis Geralaviciusk ist bester Laune. Statt wie bisher in einem gemieteten Gebäude, kann er jetzt erstmalig in litauischem Eigentum residieren, und das mitten im Herzen Berlins. Das musste gefeiert werden: Rund 200 Gäste drängten sich am Donnerstagabend im Empfangssaal des frisch renovierten Gründerzeitbaus in der Charitéstraße 9. Geralaviciusk wusste das „kleine Bedrängnis“ positiv zu deuten: als ein „Zeichen der Anerkennung und Liebe für Litauen“. Unter den Besuchern waren auch rund 20 Botschafter sowie deutsche Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Offiziell eröffnet wurde das Gebäude vom Präsidenten des Partnerlandes der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, Valdas Adamkus: „Eigentlich waren wir in unserem Geiste, in unseren Gedanken immer in Deutschland“, erklärte dieser. Durch die neue Botschaft seien „die letzten Merkmale oder Spuren des letzten Krieges aufgehoben“. Im Namen Joschka Fischers gratulierte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Gunter Pleuger, Geralaviciusk zur neuen Adresse. „Ich hoffe, dass Sie sich hier auch zu Hause fühlen werden.“ Im Falle eines Erschöpfungszustandes von zu harter Arbeit sei die medizinische Betreuung gleich nebenan, scherzte Pleuger, der sich als Erster in das lederne Gästebuch eintrug. Gleich gefolgt von Berlins Justizsenatorin und Bürgermeisterin Karin Schubert. „Wir haben lange darauf gewartet, dass Litauen in Berlin wieder vertreten ist“, sagte die Senatorin. „Vielleicht schaffen wir es noch, dass diese Straße zur Litauischen Straße wird.“ So wie es sich Botschafter Geralaviciusk nach eigenem Bekunden wünschen würde. Auch im Gästebuch: die Litauerin Ruta Zimmermann. Die Studentin der Agrarökonomie an der Humboldt-Universität freute sich, ihren Präsidenten zum ersten Mal live zu Gesicht zu bekommen. „Schließlich habe ich ihn auch gewählt.“ vv

Luxuriöse Überlebenshilfen

Einem Gerücht trat KaDeWe-Chef Volker Weihe bei der Vernissage der Ausstellung „Glamour & Emotion“ gleich entgegen: Er macht sich keine Hoffnung, einen Maybach als Dienstwagen zu bekommen. Dafür steht ein Vorgänger des luxuriösen Gefährts jetzt im Lichthof, wo rechtzeitig zu Beginn der winterlichen Glamoursaison überlebenswichtige Accessoires ausgestellt werden. Silberne Champagnerkelche und Taschenfläschchen von Robbe & Berkeling, traumhafte Abendroben unter anderem von Ella Singh und Kathleen Madden, kostbare Kandelaber. Mit der Ausstellung will man dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen. Seit dem Hauptstadtumzug ist der Absatz von Abendgarderobe kräftig gestiegen. Auch an Anregungen für edle Mitbringsel ist kein Mangel: Weihnachtliche Scherenschnitte, Kaviarlöffel oder Tanzbären aus Silber passen in jeden gut sortierten Luxushaushalt. Achtung nur bei Maybachfahrern: Edles Esswerkzeug ist im Preis von 380 000 Euro schon inbegriffen. eth

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