Berlin : Kurzmeldungen

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Da haben das schöne Herbstwetter und die Freude-Trunkenheit nach den Einheitsfeierlichkeiten zum 3. Oktober einige wohl leicht benebelt: Weil da zu den üblichen Touristen auch viele Berliner im warmen Sonnenlicht auf den Pariser Platz strömten, um das frisch saniert ausgepackte Brandenburger Tor zu begutachten, war dieser Platz voll wie selten. Und, hach!, wie schön, dass dort gar kein Verkehrslärm zu hören sei, freute sich mancher, fast wie in der Fußgängerzone in Heidelberg. Aber Entschuldigung, liebe Leute, der Pariser Platz mag das „Berliner Wohnzimmer“ sein, er ist deshalb keine Puppenstube. Wollen wir nicht Leben – und zwar normales ungezwungenes und ungekünsteltes städtisches Leben – auf diesem zentralen Platz haben? Was ist zum Beispiel im Winter, wenn da in Kälte und Wind niemand „flaniert“ und das Granitpflaster nur das Grau des Himmels verdoppelt?! Dieser Platz war Zeit seiner Geschichte Teil der großen Ost-West-Achse, und das Brandenburger Tor immer ein Tor und keine Sperre. Es sollte seiner Bestimmung gemäß gebraucht werden. Wenn da Busse und Taxis durchfahren, nimmt ihm das weder seine Würde, noch wären die gleich unzumutbar laut „lärmend“. Anliegerverkehr wird es ohnehin weiter geben. Dem öffentlichen Verkehr aber nutzte die Freigabe, und damit nicht nur uns Stadtbewohnern – sondern auch den Touristen, die eben gerne mal da durchfahren, im 100er. Hier ist Berlin. Nicht die Heidelberger Fußgängerzone. H.Wild

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