Berlin : Kurzmeldungen

Brigitte Grunert

HINTER DEN KULISSEN

Teamgeist und Verantwortungsgefühl, taktisches Denken und vorausschauendes Planen, Vertrauen zu sich selbst und zu anderen – dass alles sollen Jugendliche im Hochseilgarten der Sportjugend am Olympia-Stadion lernen. So pädagogisch sprach der Sportsenator Klaus Böger, als er mit Boris Becker das Riesenklettergerüst einweihte. „Das sind Ziele, die auch der Senat unbedingt beherzigen sollte“, fügte Böger hinzu und erntete Heiterkeit. Richtig, der Senat muss auch immer komplizierte Kletterübungen machen. Die 91000 Euro für den Hochseilgarten haben Sponsoren spendiert, über eine Stiftung, deren Vorsitzender Boris Becker ist.

Wer setzt wen schachmatt? Um rein spielerische Ertüchtigung ging es beim traditionellen Politiker-Schach. Wolfgang Schäuble und Wolfgang Thierse und die Fraktionschefs Michael Müller (SPD), Frank Steffel (CDU) und Martin Lindner (FDP) waren auch unter den 64 Spielern, aber nur drei Frauen, nämlich Renate Harand, Ülker Radziwill und Felicitas Tesch aus der SPD-Riege im Abgeordnetenhaus. Frau Harand war ganz überrascht, „dass Schach immer noch eine Männerdomäne ist“. Sie verlor übrigens gegen Schäuble. Hinterher sollen die beiden aber sehr nett geplaudert haben. Geglänzt haben die Berliner nicht. Müller landete auf Platz 40, und Steffel auf dem allerletzten.

Überhaupt hat es die CDU schrecklich schwer. Aber Schokolade soll aufmuntern. CDU-Fraktionsgeschäftsführer und Steffel-Intimus Frank Henkel hat ein Faible für Marsriegel. Die schenkte ihm Fraktionssprecher Michael Thiedemann gleich als Meter-Packung zum 39. Geburtstag, denn „Mars macht mobil bei Arbeit, Sport und Spiel“. Montag früh wurde Henkel in Steffels Morgenlage mit vielen guten Wünschen bedacht. Doch die Leckerei brachte alle auf den Appetit. „So ein Aufputschen am Wochenanfang können wir alle gebrauchen“, animierten sie ihn. Da ging die schöne Nervennahrung rasch zur Neige.

Es war in Schöneberg, lange her. In der Brandenburghalle im Rathaus Schöneberg, wo 1965 Queen Elizabeth von Willy Brandt zu Tisch geführt wurde, bittet Parlamentspräsident Walter Momper sechs Altvordere der West-Berliner Politik am 3. Dezember zum Abendessen. Damit werden geehrt: Ella Barowsky (Bezirksbürgermeisterin Schöneberg und Abgeordnete, FDP, 90), Ursula Besser (Hochschulpolitikerin, CDU, 85), Erwin Etzkorn (BVV-Vorsteher Neukölln, SPD, 90), die Ex-Senatoren Hans-Jürgen Behrendt (CDU, 85), Edmund Wronski (CDU, 80) und Kurt Neubauer (SPD, 80). Dass Neubauer von 1952 bis 1963 im Bundestag saß, obwohl er bis zum Mauerbau in Ost-Berlin wohnte, ist heute kaum noch zu fassen. Der Senat, die Parlamentsspitzen und die Ex- Regierenden sind auch eingeladen; Klaus Schütz und Dietrich Stobbe haben zugesagt.

Heinrich Lummer, einst CDU-Fraktionschef, Parlamentspräsident und Innensenator, darf ebenfalls nur Gast sein. Für die Mompersche Ehrung ist er „noch zu jung“. Dieser Tage feierte Lummer ganz privat seinen 70. Geburtstag. Der wortgewaltige Rechtsaußen der Union hat mit der SPD und mit Momper viele Sträuße ausgefochten, aber das ist Geschichte. Selbst die Union gab Lummer keinen Geburtstagsempfang. „Wir haben ihn doch zum 65. geehrt, mit 75 ist er wieder dran, wir haben kein Geld“, hieß es in der CDU-Zentrale.

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