Berlin : Kurzmeldungen

Stefan Jacobs

PRO

Eine Abgeordnete will die Hundesteuer zu Gunsten der Stadtreinigung erhöhen, damit die BSR künftig ein paar mehr der täglich 250 000 an die Berliner Luft gesetzten Haufen von den Gehwegen wegräumen kann als bisher. Aber statt sich zu freuen, winkt die BSR ab – weil sie die Beseitigung des Problems für unbezahlbar hält. Diese überraschende Reaktion zeigt, dass die Steuererhöhung nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung wäre. Neue Kehrmaschinen auf Hundesteuerkosten könnten das Ziel, nämlich ein tretminenfreies Leben, in Sichtweite rücken. Zugegeben: Die wenigen, die ordnungsgemäß die Hinterlassenschaften ihres Lieblings beseitigen, würden Opfer der unerfreulichen Mehrheitsverhältnisse. Aber, kleiner Trost: Wenigfahrer zahlen genauso viel Kfz-Steuer wie Kuriere; und Nichtraucher bekommen ihre Krankenversicherung auch nicht billiger. Die Hundesteuer ist in Berlin über fünf Jahre nicht erhöht und bei der Euro-Umstellung abgerundet worden. Das erstaunt in einer Stadt, die aus Geldnot ein Schwimmbad nach dem anderen dicht macht. Und von einem Berliner Spitzenplatz kann vielleicht bei der Tretminenfrequenz die Rede sein, nicht aber beim Steuersatz. Nebenbei kann die Erhöhung das Lieb-und-teuer-Gefühl stärken, das sich oftmals im Kauf von Gourmetfutter manifestiert: Ein Tier ist etwas Besonderes. Diese Erkenntnis könnte manches Hundchen davor bewahren, zu Weihnachten unterm Tannenbaum und zu Silvester im Tierheim zu liegen. Das wäre jeden Euro wert.

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