Berlin : Kurzmeldungen

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DIE ZUKUNFT DER VIVANTESKLINIKEN

Kein einziges der neun Krankenhäuser ist derzeit für Vivantes verzichtbar, erklärt Konzernchef Wolfgang Schäfer immer und immer wieder. Zentralisiert werden allerdings die Häuser, deren Abteilungen derzeit noch auf mehrere Standorte verteilt sind. So schließt das Max-Bürger-Zentrum an der Platanenallee in Charlottenburg Ende des Jahres endgültig seine Pforten. Das Gelände wird verkauft. Wir geben einen Überblick, wie sich der Strategieplan von Vivantes auf die Kliniken auswirkt.

Klinikum Prenzlauer Berg

Das Haus wird halbiert. Alle Abteilungen wechseln in das Gebäude an der Fröbelstraße, der Standort an der Danziger Straße wird aufgegeben und verkauft. Auch der Zuschnitt des Krankenhauses ändert sich. Schäfer will aus dem Krankenhaus eine Art Poliklinik mit einem breiten stationären Behandlungsangebot machen. Dazu sucht Vivantes die Partnerschaft mit niedergelassenen Ärzten, um mit ihnen das Haus nach 2006 in einer gemeinsamen Gesellschaft zu betreiben.

Klinikum Hellersdorf

Die beiden Standorte Kaulsdorf und Hellersdorf sind marode. Nachdem das Land seine Finanzierungszusage für einen Neubau nicht einhalten kann, will es Vivantes auf eigene Rechnung schaffen. Dazu soll ein Investor bis 2006 in Hellersdorf ein komplettes Gebäude für alle Abteilungen bauen. Kostenpunkt: 45 Millionen Euro. Vivantes wird das fertige Gebäude dann leasen. Die Bettenzahl sinkt um die Hälfte auf dann 350. Schwerpunkte: Gynäkologie, Geburts- und Altersmedizin.

Wenckebach-Klinikum

Gerade erst hat Vivantes in dem Tempelhofer Krankenhaus das neuen Zentrum für Altersmedizin eröffnet. Hier wurde auch die Geriatrische Klinik des Max-Bürger-Zentrums integriert. Diese Kompetenz wird weiter ausgebaut.

Auguste-Viktoria-Klinikum

In dem Schöneberger Krankenhaus entsteht neben der Akutklinik und der Seniorenbetreuung im Jahr 2003 auch eine Klinik für ambulante Rehabilitation. Diese wird Vivantes gemeinsam mit einem privaten Investor betreiben. Organisatorisch verschmilzt das AVK mit dem Wenckebach-Klinikum .

Klinikum Friedrichshain

Erst vor wenigen Wochen wurde hier das neue Behandlungs-Zentrum eröffnet, das für 62 Millionen Euro errichtet wurde. Das Hospital soll zu einem Unfallkrankenhaus ausgebaut werden. Die Dermatologie vom Prenzlauer Berg und die Orthopädie aus Hellersdorf wechseln nach Friedrichshain. An dem Haus an der Landsberger Allee geht die Sanierung weiter. Insgesamt fünf Stationen werden in den nächsten Jahren saniert – Kostenaufwand: eine Million Euro pro Station. Die Psychiatrie wird an das Urban-Krankenhaus verlagert. Bis 2010 sollen in Friedrichshain noch 430 Betten von derzeit 657 Betten erhalten bleiben.

Urban-Krankenhaus

Das Kreuzberger Haus bildet mit dem Klinikum Friedrichshain eine organisatorische Einheit. Die Kardiologie und die Innere Medizin werden ausgebaut und darüber hinaus die Psychiatrie zu einem Schwerpunkt entwickelt.

Klinikum Spandau

Die Psychiatrie wird am Haupthaus Neue Bergstraße konzentriert, die Griesingerstraße wird aufgegeben. Die dafür notwendigen drei Millionen Euro muss Vivantes aus eigener Kraft aufbringen, da die versprochenen Landesmittel nicht zur Verfügung stehen. Der überregionale Schwerpunkt des Krankenhauses ist die Krebsbehandlung.

Humboldt-Klinikum

Die Gerontopsychiatrie und die Suchtklinik, die bisher in der ehemaligen Karl-Bonhöffer-Nervenklinik an der Oranienburger Straße untergebracht sind, werden ins Haupthaus des Klinikums Am Nordgraben (Reinickendorf) integriert.

Klinikum Neukölln

Das Krankenhaus entwickelt sich zu einem Schwerpunkt für die medizinische und psychiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen und die Geburtsmedizin. Bis 2006 wird ein Mutter-Kind-Zentrum gebaut, das das Land mit 23 Millionen Euro finanziert. Hierher werden auch die Kindermedizinischen Stationen des Max-Bürger-Zentrums und die Kinder- und Jugendpsychiatrie aus Hellersdorf verlegt. Die Geburts- und Kinderklinik am Mariendorfer Weg wird aufgegeben. I.B.

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