Berlin : Kurzmeldungen

Fatina Keilani

CONTRA

Fassen wir noch einmal zusammen: Die Gewerkschaft Verdi will drei Prozent mehr Lohn für ihre Leute im Öffentlichen Dienst. Mindestens. Der Staat hat kein Geld und will nicht zahlen. Die Gespräche dauern schon Monate und kommen nicht voran. Zugegeben – dass Berlin pleite ist, kann am Ende nicht das schlagende Argument sein, denn das wird noch mindestens 50 Jahre der Fall sein. Zugegeben auch, dass der Streik das einzige echte Druckmittel ist, das im Arbeitskampf zur Verfügung steht – Beamten nicht, öffentlich Bediensteten hingegen schon.

Dennoch: Ein wenig Realismus kann auch der Gewerkschaft Verdi und ihrer Berliner Frontfrau Susanne Stumpenhusen nicht schaden. Ein Angebot des Senats lautete: Gleiches Geld, aber weniger Arbeit. Das wäre praktisch, da ohnehin zu viele Beschäftigte da sind. Ein anderes Angebot lautete: Gleiches Geld, dafür sicherer Job. Außer dem Satz „Das ist nicht verhandelbar“ und „Das führt zur Erosion des Flächentarifvertrags“ hat man dazu wenig Konstruktives von Verdi vernommen. Überall bibbern die Leute um ihren Arbeitsplatz und würden sonstwas für eine Beschäftigungsgarantie geben, bloß bei Verdi schalten sie auf stur. Und jetzt auch noch Streik? Nicht sehr kreativ. Wir wollen auch nicht vergessen: Im Öffentlichen Dienst tragen viele Stellen den Vermerk: „kw“, sprich: künftig wegfallend. Je mehr jeder Bedienstete kostet, für um so weniger reicht das Budget. So bewirkt die Blockade der Gewerkschaft am Ende eine Zerstörung von Arbeitsplätzen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben