Berlin : Kurzmeldungen

Ariane Bemmer

CONTRA

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen, reimt der Volksmund – und er hat Recht.

Ein guter Gedanke, so erkannt, sollte umgehend in die Tat umgesetzt werden. Mit Rauchen aufhören: klar, und zwar sofort. Ich höre im neuen Jahr auf zu rauchen. Uarks! Wie oft man das schon von wie vielen Menschen gehört hat, will man ja gar nicht mehr wissen. Für die meisten, die einen Vorsatz fassen, ist er in erster Linie eins: ein Grund, etwas aufzuschieben. Und da fängt der Unfug schon an. Nicht mehr rauchen, weniger essen, mehr turnen, Rechnungen pünktlich zahlen, Eltern häufiger anrufen, Kinder nicht mehr anschreien – lauter gute Anregungen, die man im nächsten Jahr in die Tat umsetzt? Nein, lauter gute Anregungen, die man sofort in die Tat umsetzen sollte. Dazu muss man wissen, ob man das auch wirklich machen will. Und das zwingt zur umgekehrten Ursachenforschung: Warum rauche ich, esse zu viel, turne zu wenig, vernachlässige die Eltern oder die Kinder? Wenn man weiß, warum man wie handelt, kann man entweder gegensteuern – oder erkennen, dass das vorgenommene Verhalten einfach nichts für einen ist: Sport – zu faul, Diät – nö, danke, die Eltern – bitte Abstand halten! Dann kann man sich die Vorsätze gleich ganz sparen, man setzt sie ja ohnehin nicht um, man setzt sich lediglich unter Druck. Und alle, die glauben, sie wollten nicht aufhören zu rauchen, verweist man an einschlägige Endlich-Nichtraucher-Literatur – und wünscht ihnen eine gepfefferte Erkältung .

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