Berlin : Kurzmeldungen

Ulrich Zawatka-Gerlach

HINTER DEN KULISSEN

Still und leise ist er in den Ruhestand getreten: Démetrè Zavlaris, ein Urgestein der Berliner Verwaltung, ist seit 1. Januar 2003 nicht mehr Herr über die landeseigenen Stadtgüter. Der gebürtige Grieche, manchmal belächelt als Berlins Oberbauer, hat den Geschäftsführerposten im größten deutschen Milchproduktionsbetrieb aufgegeben. Zavlaris scheidet mit gutem Gewissen aus. Erstens ist er 66 Jahre alt , zweitens hat er die Stadtgüter, die außerhalb von Berlin 20 000 Hektar landwirtschaftliche Flächen bewirtschaften, nach 1990 in hartnäckiger Kleinarbeit aus den roten Zahlen geführt. Demnächst werden die Güter an private Agrarproduzenten verpachtet, denn das Kühe melken ist keine hoheitliche Aufgabe. Die Liegenschaften bleiben im Eigentum Berlins und Zavlaris hofft, dass der Senat verantwortungsvoll damit umgeht. Ohne ihn. Der Ruheständler will erst einmal ausschlafen, reisen und seine Englischkenntnisse aufbessern.

Die bunten Kugeln hingen noch nicht am Weihnachtsbaum, da hat der CDU-Kreisverband Steglitz-Zehlendorf schon zum Neujahrsempfang eingeladen. Ende Januar im Wrangelschlösschen, und gewidmet der deutsch-amerikanischen Freundschaft, was in diesen Wochen nicht schaden kann. Die Schülergruppe der John-F.-Kennedy-Schule singt, und der ehemalige CDU-Partei- und Fraktionschef Wolfgang Schäuble ist Ehrengast. Erst kürzlich hat er den „jungen Wilden“ in der Berliner CDU gute Tipps gegeben, wie man sich gegenüber innerparteilichen Traditionalisten durchsetzt. „Wir freuen uns auf einen Gedankenaustausch über Vergangenes, aber noch wichtiger über Zukünftiges“, sagt der CDU-Kreischef Jean Angelov zu der Einladung an Schäuble. Nicht ohne Hintersinn: Ab Januar stehen im Landesverband der Union innerparteiliche Wahlen an. Dann wird man sehen, wer die Zukunft der hauptstädtischen Christdemokraten wirklich repräsentiert.

Noch herrscht Ruhe im Land. Aber am Montag startet der Senat mit Volldampf in die neue Saison. Wowereit & Co. treffen sich zur Klausurtagung im Senatsgästehaus. „Nee, nee, das ist keine Sparklausur“, sagte der zweitwichtigste Mann in der SPD-Riege, Peter Strieder, vorbeugend. Der Stadtentwicklungssenator und Chef der Berliner Sozialdemokraten hat zwar, wie seine Amtskollegen auch, schon am 18. Dezember von Finanzsenator Thilo Sarrazin einen blauen Sparbrief erhalten, aber neue Ausgabenkürzungen für 2003 sollen ein anderes Mal besprochen werden. „Ich lade mir doch nicht für Sonntag meine Haushaltsabteilung ein“, sagt Strieder. Er will das Wochenende noch in seiner Datsche im Norden Brandenburgs genießen.

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