Berlin : Kurzmeldungen

Andreas Conrad

CONTRA

Natürlich, ein Verbot. Mit derlei ist man in Deutschland traditionell besonders schnell zur Hand. Das mag die radikalste zulässige Methode zur Lösung der vermeintlichen Böller-Krise sein, die effektivste ist es kaum. Unsere Ordnungshüter schaffen es ja nicht mal, die Hundehalter zum Wegräumen der Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge zu bewegen, wie wollen sie da in der Silvesternacht für Ruhe sorgen? Und dass ein Verkaufsverbot prompt auch die illegalen Quellen stopfen könnte, aus denen die Freunde privater Pyrotechnik sich schon jetzt reichlich versorgen, wird wohl keiner ernsthaft glauben. So viel zur Praktikabilität eines Verbots. Bedeutsamer ist jedoch ohnehin die Frage, ob solch eine staatliche Bevormundung überhaupt hinzunehmen ist. Wollte man alles gleich verbieten, womit Menschen einander verletzen können, müsste man bei Autos, Fahrrädern, Zigaretten, ja, Taschenmessern und ähnlichem Teufelszeug gleich weitermachen.

Doch eine Selbstverantwortlichkeit des Bürgers gehört nun mal zu den Grundlagen unserer Gesellschaft. Und dagegen spricht auch nicht, dass sie sich leider immer wieder als Fiktion erweist. Zudem ist es auch jetzt nicht so, dass die Böllerei derzeit im gesetzesfreien Raum stattfindet. Wer bei dem feurigen Vergnügen die notwendige Sorgfalt vermissen lässt oder gar bewusst Mitbürger mit Krachern und Raketen wie Freiwild jagt, muss schon jetzt damit rechnen, dass er dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Man muss ihn nur noch schnappen.

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