Berlin : Kurzmeldungen

Ariane Bemmer

PRO

Wenn Schulbücher von Eltern gekauft werden, bringt das vor allem eins in die Klassen: die Debatte ums Geld. Neue Bücher, frisch verpackt aus dem Geschäft gibt’s in den Familien mit Geld, die weniger neuen schon gebrauchten und dafür billigeren für die weniger Wohlhabenden. So kann jeder gleich sehen, wie es ums elterliche Portemonnaie steht. Die Mitschüler zum einen, die Lehrer auch, und die Eltern der Klassenkameraden. Das ist nicht gut, denn es schafft schon da soziale Grenzen, wo noch keine sein sollten: in der Grundschule, bei den Sechsjährigen. Es hilft auch nicht, Familien, die ihre Bedürftigkeit nachgewiesen haben, beim Bücherkauf zu unterstützen. Erstmal müssen sie quasi öffentlich deutlich machen, dass sie allein nicht für die Grundbildung ihrer Kinder aufkommen können. Außerdem verursacht diese ganze Nachweispflicht in den Ämtern viel Arbeit. Schließlich muss man ja gegenrechnen, überprüfen und Missbrauch ausschließen. Dass Berlin Geld sparen muss, ist ja richtig. Aber das sollte das Land nicht auf Kosten der Schüler tun.

Schule ist eine staatliche Leistung für jedes Kind ohne Ansicht seiner Herkunft. Schlimm genug, dass auf den Schulhöfen soziale Unterschiede an der richtigen oder falschen Kleidung festgemacht werden. Das sollte mit richtigen oder falschen Schulbüchern nicht möglich sein. Deshalb müssen die vielen Lehrbücher, die in den höheren Schulstufen jährlich wechseln, an die Schüler ausgeliehen werden. Sie dürfen nicht zu Luxusartikeln werden.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben