Berlin : Kurzmeldungen

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STADTMENSCHEN

Rund um die Uhr am Kochtopf

Eine kurze Verschnaufwoche gönnt sich Hartmut Guy, bevor er zur Berlinale „fast rund um die Uhr“ nach dem Rechten und auch in die Töpfe sieht – im „Guy“ am Gendarmenmarkt und im „Wein Guy“ in der Luisenstraße in Mitte. Mit seiner jungen Liebe, einer 33jährigen Reisekauffrau, frönt der Gastronom seit gestern in St. Ursula seiner alten Liebe, dem Sport auf Brettern. Ski fahren war schon seine Leidenschaft, als er auch beruflich auf Brettern stand – auf denen, die ihm bis zur Wende die Welt bedeuteten: als Schauspieler. Das ist lange her, heute ist der noch 46-Jährige – auf das „noch“ legt Guy scherzhaft Wert – lieber Gastgeber berühmter Leute, die es sich bei ihm gut gehen lassen. Henry Kissinger immer, wenn er in der Stadt weilt, auch Peter Ustinov und Udo Lindenberg und jüngst erst Tom Hanks , um nur einige der prominenten Guy-Besucher zu nennen. Diät-Cola wie der Hollywoodstar tranken Silvia und Carl Gustaf von Schweden nicht, als sie es sich im Herbst ganz privat im „Wein Guy“ königlich gut gehen ließen und bis 1 Uhr nachts in fröhlicher Runde sangen und tafelten. „Mein Lieblingsgastronom“ hat Klaus Wowereit den Ex-Schauspieler kürzlich öffentlich geadelt. Den könnte er sich übrigens zum Vorbild nehmen – von 16 Kilo hat sich Hartmut Guy 2002 getrennt. Rezept: Ein Jahr keinen Alkohol, drei Mal wöchentlich 20 Kilometer laufen und im Sommer monatlich 600 Kilometer straffes Radfahren. hema

Feiern im Einwohneramt

„Wie werde ich ein Berliner?“ haben Carmen Böker und Silvia Meixner ihr Buch genannt, in dem sie schildern, wie man „In 55 Schritten zum Hauptstädter“ wird. Die Hannoveranerin Carmen Böker gehört seit 1986, die Wienerin Silvia Meixner seit 1991 zu den Nicht-Eingeborenen – und damit zum Gros der Berliner. Wer es noch werden will, bekommt durch die Autorinnen – beide sind Mitte 30 – einen amüsanten Leitfaden in die Hand, der die erste Begegnung mit der hiesigen Spezies „Taxifahrer“ ebenso wenig auslässt, wie die beliebte „Videoabhol-Kleidung“: ballonseidene Jogginghosen und Schlabberpullis. Nach dem Leitfaden griffen seit 1997 so viele Berlinwillige, dass er nun bereits in der dritten Auflage vorliegt. Das war Verleger Klaus Siebenhaar eine kleine Feier wert – an ungewöhnlichem Ort. Im „Wartebereich“ des Referats Fahrerlaubnis des Landeseinwohneramtes (LEA) in der Puttkamer Straße amüsierte man sich bei Brezeln und Wein über die Berliner – also über sich. Und am Abend vor allem über Ulrich Meyer . Der in „Akte 03“ immer leicht betroffen wirkende TV-Moderator plauderte umwerfend komisch, fast kabarettistisch über seine Wahrnehmungen als Kölner in Berlin. Seine Frau konnte sich freuen – Georgia Tornow ist für ihn noch immer die beste Berliner Wahrnehmung. Zuletzt gab es sogar ein behördliches Präsent: Stoffeinkaufsbeutel, auf denen sich das LEA als „kundenorientiert, kompetent und flexibel“ preist. hema

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