Berlin : Kurzmeldungen

Markus Hesselmann

PRO

Wenn die BVG uns etwas zu sagen hat, dann klingt das so: „Sehr geehrte Fahrgäste…“ Dann wird wortreich erklärt, warum da und dort aus dem und dem Grund ein Zug mal wieder gar nicht fährt oder nur auf einem Gleis pendelt und sich deshalb nur alle zehn Minuten in Bewegung setzt. Generös sprechen uns die Verkehrsbetriebe als „Gäste“ an. Ein Gast darf zuvorkommende Behandlung erwarten, er hat aber nichts zu fordern. Der Gastgeber entscheidet, was auf den Tisch kommt. Der Gast darf sich über warmes Bier oder kalte Suppe beschweren. Er hat aber kein Recht auf eine Entschädigung, wenn die Party anders ist als erwartet. Die BVG veranstaltet keine Party. Sie bietet eine Dienstleistung an. Sie soll mich schnellstmöglich von A nach B bringen. Dafür zahle ich meine zwei Euro zehn. Und dann bin ich kein Gast, sondern ein Kunde. Kunden dürfen fordern. Sie haben ein Recht auf die gleichbleibende Qualität einer Markenware. Wenn der Wert der Ware sich verringert, erwarten sie Preisnachlass. Der Anbieter der Ware tut dann alles, um so schnell wie möglich die Qualität zu verbessern, um wieder den höheren Preis verlangen zu können. Fordernde Kunden bringen Unternehmen auf Trab. Sie täten den Verkehrsbetrieben gut, die sich auf den Wettbewerb einstellen müssen. Das Monopol im Nahverkehr fällt. Unternehmen wie Connex, das den Betrieb auf dem S-Bahn-Ring übernehmen will, stehen bereit. Im übrigen haben BVG und S-Bahn jetzt schon starke Konkurrenz, gegen die sie sich jeden Morgen durchsetzen müssen: mein Auto.

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