Berlin : Kurzmeldungen

Frank Jansen

THEKENTANZ

Seven Lounge, Ackerstraße 20, Mitte, Tel.: 27 59 69 79, geöffnet sonntags bis donnerstags 18 bis 2 Uhr, freitags/samstags bis 4 Uhr

Star mit Bar – das gibt es ein paar Mal in der Stadt. Bekannt sind vor allem Ben Beckers „Trompete“ und das „Zucca“ des Klaus J. Behrendt. Einen Kultstatus, wie er in einer kleineren Stadt vermutlich ewig währen würde, geniessen diese Lokale in Berlin jedoch nicht. Auch Star-Bars werden vom coolen Berliner drinking pack als Mainstream wahrgenommen. Bis auf eine etwas schrille Schankstätte am Rande von Mitte. Die Seven Lounge der Mo Asumang, Ex-Moderatorin des RTL-Erotikkursus „Liebe Sünde“, gilt unvermindert als hip. Warum eigentlich? Der drinking man nahm eine dreiköpfige Testcrew mit, um den Mythos zu erforschen.

Es gelang gerade noch, den einzigen freien Tisch zu besetzen – den am Bett mit elfenbeinfarbenem Lederbezug. Natürlich werden Sie jetzt, liebe Leserin, lieber Leser, angesichts der Vergangenheit von Frau Asumang schlimmste Ausschweifungen befürchten. Der drinking man, die compañera, die amiga helvetica-americana und ihr compañero fassten sich jedoch fest an die Hände und schworen: „Cocktails und nichts als Cocktails“.

Die Lounge füllte sich rapide. Auf den Barhockern mit den Holzkugelständern nahmen juvenile und auch mittelalte Beaus und Beauties Platz. Der Schlauch hinter dem Eingangsraum und der dahinter liegende Tanzbunker waren reserviert und schon von partypeople verstopft. Die wuchtig-quadratischen Ledersessel verschwanden unter glucksenden Menschen, die auch die laute Musik nicht störte. Was fehlte zum Glück? Richtig. Mo Asumang war nicht da. Aber die Seven Lounge vibriert auch von selbst.

Das Testquartett trank aus eleganten, bauchigen Gläsern Mai Tai (superb), Gin Tai (stark und lecker), einen tadellosen Hurricane, einen Bombay Crushed (mit Kumquats und Bombay Sapphire Gin, sehr schön) und zwei wunderbare Metropolitan (Cosmopolitan-Variante mit süßeren Cranberries). Zum Schluss wäre die compañera beinahe implodiert – ihr letzter Drink, ein alkoholfreier Merlini, entpuppte sich als Vanillebombe.

Doch das Testteam war angenehm aufgefüllt. Auf weitere Cocktails wurde verzichtet, sie hätten wahrscheinlich dann doch zu den abgeschworenen Räkeleien auf dem Lederbett animiert. Was würde Frau Asumang dazu sagen? „Liebe Leute, liebe Sünde, lieber nicht?“ Ein Star muss auf seinen Ruf achten. Bei Ben Becker wird ja auch nicht aus der Trompete getrunken, oder?

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