Berlin : Kurzmeldungen

Gerd Nowakowski

CONTRA

Kinder zu haben wird für Berliner Eltern immer kostspieliger. Die städtischen Bäder sind schon teurer geworden, bald sollen Eltern für Schulbücher zahlen und nun noch drastisch höhere Kita-Gebühren. Wenn bei 2900 Euro Brutto-Monatseinkommen für die Betreuung eines Kindes dann 346 Euro fällig werden – also pro Monat 120 Euro mehr – dann ist das eine Menge Geld. Noch mehr, wenn eine Familie zwei Kita-Kinder hat. Zumal in den Einrichtungen noch regelmäßig kleinere Summen für Ausflüge, für besonderes Bastelmaterial oder für Geburtstagsfeiern fällig werden. Da mag der Finanzsenator noch so sehr auf die höheren Gebühren in Hamburg verweisen, der Vergleich hinkt. Immerhin haben die Berliner im vergangenen Jahrzehnt einen realen Einkommensverlust erlebt, die Hanseaten nicht. Eltern, die in der Single-Stadt Berlin mit ihren Kindern die Zukunft der Gesellschaft sichern, werden sich geschröpft fühlen. Und nach Alternativen schauen: Nach privaten Betreuungsgruppen und manchmal nach einem Au-pair-Mädchen. Das kostet bei zwei Kindern auch nicht viel mehr. Vor allem werden Familien vor der Entscheidung stehen, dass die Frau ihren Job aufgibt, um die Kinder zu Hause zu betreuen. Der Politik kann es nicht egal sein, ob sich Mittelstands-Eltern aus den Kindertagesstätten verabschieden und dort eine soziale Entmischung stattfindet. Auch für die Kinder hat das Folgen. Ihnen werden die Freunde fehlen, die sozialen Erfahrungen in der Gruppe und die wichtige Vorschulerziehung.

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