Berlin : Kurzmeldungen

Ulrich Zawatka-Gerlach

PRO

Wer wirklich besser verdient, soll für öffentliche Leistungen auch mehr zahlen. Der Staat muss zuerst den Schwachen helfen, dann kommen die anderen dran. Dieser Grundsatz, dem wohl kaum jemand widersprechen wird, sollte auch für die Kitabetreuung gelten. Jedenfalls, solange Kindertagesstätten nicht als Bildungseinrichtungen anerkannt werden, die wie die Schulen ihr Angebot kostenfrei anbieten müssen. Das wäre zwar der bessere Weg, der aber – nicht nur im Land Berlin – auf unabsehbare Zeit unbezahlbar ist. Die Kita-Gebühren, so wie sie jetzt sind, wurden in Berlin immerhin seit mehreren Jahren nicht erhöht. In dieser Zeit sind aber nicht nur die Einkommen gewachsen, sondern vor allem die Einkommensunterschiede innerhalb der Stadt deutlich größer geworden. Es gibt also keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn die Kitakostenbeteiligung jetzt neu gestaffelt wird.

Wer finanziell bedürftig ist, muss nicht mehr zahlen als bisher. Wer aber richtig gut Geld verdient, wird stärker als bisher belastet. Das ist nur fair. Nun könnte man natürlich ausführlich und akademisch darüber diskutieren, wo das Besserverdienen anfängt, aber wer beispielsweise ein Jahresbruttoeinkommen von 60 000 Euro hat, wird nicht zugrunde gehen, wenn er monatlich für sein Kind 100 Euro mehr ausgeben muss. Wer mehr als ein Kind hat, was selbst in Berlin ab und zu noch vorkommt, kommt ohnehin in den Genuss einer Kostenstaffelung und zahlt weniger. Daran darf sich natürlich nichts ändern.

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