Berlin : Kurzmeldungen

Fatina Keilani

PRO

Mag ja sein, dass es Umweltschützer aufregt, wenn die Stadtautobahn ausgebaut wird. Aber ist es für die Umwelt wirklich besser, wenn alles quer durch die Stadt im Stau steht und Lastwagen weiter durch Wohngebiete tosen? Die Schwerlaster sind nicht nur laut und stinken, sie sind auch gefährlich. Es kommen immer wieder Menschen unter die Räder. Jeder Laster, der die Autobahn gar nicht erst verlässt und vor dessen Lärm und Gestank die Menschen verschont werden, ist deshalb zu begrüßen. Auch den Radlern wird es besser gehen, wenn die Automassen sich nur noch dort durch die Stadt quälen, wo es unbedingt sein muss. Von den Anwohnern zu schweigen – 50 000 wären vom Lärm befreit, schätzt Strieders Stadtentwicklungsverwaltung. Der Plan ist ja ohnehin schon geschrumpft. Von dem ursprünglichen Vorhaben, die Stadtautobahn am Ostkreuz vorbei bis zur Frankfurter Allee zu führen, ist kaum noch etwas übrig. Nun geht es also erstmal bloß um das Stück bis zum Treptower Park. Auch das Dauer-Argument, frühere Prognosen zur Verkehrsdichte würden nicht erreicht, zieht nicht. Demnächst tritt Polen in die Europäische Union ein, die Warenströme von Ost nach West und umgekehrt werden zunehmen. Weil das so billig ist, wird alles per Laster kreuz und quer durch Europa gefahren. Und Berlin liegt mittenmang. Wollen wir die alle durchs Wohngebiet brausen lassen?

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