Berlin : Kurzmeldungen

Lars von Törne

CONTRA

Wer in der Schule beim Sport so schlecht abschneidet, dass es ihm nur eine mittelprächtige Abiturnote bringt, darf also nicht Medizin studieren? Schlechte Mathematiknoten sollen ein Politikstudium verhindern? Und eine Sechs in Französisch verschließt den Weg zur Juristerei? Sie werden einwenden, dass Sie den Zusammenhang nicht sehen. Es gibt keinen! Unsportliche Menschen können gute Ärzte werden. Schlechte Mathematiker verstehen manchmal viel von Politik. Und wer die französische Grammatik nicht beherrscht, wird vielleicht trotzdem ein guter Richter. Das Problem unserer Hochschulen steht außer Zweifel: zu viele Studenten, zu wenig Geld. Der Numerus clausus ist aber der falsche Ausweg. Wer weniger, dafür vielversprechende und motivierte Studenten haben möchte, sollte sie nach den Voraussetzungen auswählen, die fürs jeweilige Fach relevant sind. Dabei spielt auch die schulische Leistung eine Rolle. Genauso wichtige Kriterien sind jedoch persönlich angeeignete Vorkenntnisse im Studienfach, das Interesse am Thema, in einigen Fächern auch Kriterien wie privates Engagement oder soziale Kompetenzen. Wer als Jugendlicher die Kunst lieben gelernt hat, hat ebenso das Zeug zum Kunsthistoriker wie ein Einser-Abiturient. Wer als Schüler historische Bücher verschlang, wird vielleicht ein guter Geschichtswissenschaftler. Und wer sich als Schüler politisch engagierte, kann ein guter Politikstudent werden, auch wenn er das Abitur nur mit 3,0 abgeschlossen hat – wie der Autor dieser Zeilen.

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