Berlin : Kurzmeldungen

Ingo Bach

PRO

Seien wir doch stolz, dass unsere Universitäten so beliebt sind und von Studenten regelrecht überrannt werden. Und machen wir etwas daraus. Jeder Profifußballer möchte gern im Dienste des FC Bayern stehen, also kann sich der Verein die besten aussuchen. Jeder Schauspieler träumt von Hollywood, und so können sich die Studiobosse das Passende aus der Masse herauspicken.

Erst in Krisenzeiten haben Verantwortliche den Mut zu Reformen. Nie gab es in der Hauptstadt also eine günstigere Gelegenheit, um Neues zu wagen. Deshalb sollten die Universitäts-Präsidenten nicht nur mit dem NC drohen, sondern ihn tatsächlich für alle Studiengänge verkünden. Mut zur Auswahl, Mut zur Elite, will man ihnen zurufen. Seit Jahren wünschen sich die Hochschulchefs, sich ihre Studenten aussuchen zu dürfen. Wohlan. Wer einen der begehrten Berliner Studienplätze haben will, der soll auch etwas zu bieten haben. Nein, es geht nicht um hohe Gebühren. Denn das Einkommen der Eltern darf nicht das entscheidende Kriterium sein für die Frage, ob man in Berlin studieren darf. Es geht um Qualifikation und Motivation. Gute Noten auf dem Abiturzeugnis? Ja gerne! Außergewöhnliche Talente? Immer her damit! Leistungsbereitschaft? Auch das wäre hilfreich! Und wenn es eines Tages heißt, Berlin hat zwar nicht die meisten Studenten, dafür aber die besten, dann hat die Stadt einen neuen Standortvorteil. Denn so manches Unternehmen würde sich sehr um die Berliner Studenten bemühen und in ihrer Nähe sein wollen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben