Berlin : Kurzmeldungen

Die amerikanische Eiskrem-Kette Ben & Jerry’s hat ihre erste Berliner Filiale eröffnet, zum Start gab’s Gratis-Kostproben vom Luxus-Eis. Die Konkurrenz setzt auf große Auswahl, neue Sorten auf Zuruf und Cocktails Zum kugeln: Sangria im Eis

Volker Eckert

Tolle Auswahl an den Eistheken, exotische Sorten, aber die meisten Berliner interessiert das gar nicht. Die Favoriten bleiben nämlich die guten alten Sorten: Vanille und Schoko. Dabei tut sich in den Eisdielen und -cafés einiges. Seit Montag bereichert die amerikanische Kult-Kette Ben & Jerry’s die hauptstädtische Eis-Szene mit ungewöhnlichen Geschmackskombinationen. Aber auch die Konkurrenz schläft nicht.

Wer leicht genießen will, ist bei Ben & Jerry’s falsch. „In unserm Eis ist nicht so viel Luft drin wie bei andern“, schwören die Macher – dafür aber umso mehr Kalorien. Zum Start gab’s gestern in der Friedrichstraße, direkt nördlich der Linden, für jeden Besucher eine Gratis-Kostprobe.

Einige Schülerinnen der 8b des Charlottenburger Schiller-Gymnasiums nutzten eine Freistunde fürs Frei-Eis. Mehrere waren im Urlaub in England oder Amerika schon mal bei Ben & Jerry’s. Der hohe Zunehm-Faktor schreckt sie nicht, abgesehen von Karina, die lieber die leichteren „Smoothies“ nehmen will: Eiswürfel mit Früchten und Zucker. Nach langem Anstehen hat sie sich am Ende aber doch für Schoko und Karamell entschieden. Kommentar des schlanken Mädchens: „Die Diät habe ich auf Eis gelegt.“

Ben und Jerry eröffneten ihre erste Eisdiele vor 25 Jahren in einer alten Tankstelle in Vermont. Bekannt wurden sie dann mit Kreationen wie „Phish-Food“, Schoko-Eis mit Karamellstreifen, Marshmallow-Sauce und Schokostückchen in Fischform. Für Traditionalisten gibt es auch „Vanilla“, allerdings mit richtigen Stückchen, und die stammen von kleinen Farmen in Indonesien. Das alles hat seinen Preis: 1,90 Euro kostet der kleinste Becher. Von den 16 Geschmacksrichtungen werden in der Friedrichstraße zehn angeboten.

Ein bisschen erinnert das natürlich an Häagen-Dasz, die erst vor kurzem am Hackeschen Markt ihre vierte Berliner Filiale eröffnet haben. Vor der neuen Konkurrenz fürchtet man sich hier nicht, die Kundschaft sei nach wie vor bereit, 2,20 Euro für einen Becher Qualität zu zahlen. Das Neue bei dem Eiscafé: Hier gibt es auch eine große Auswahl an Cocktails auf Eis-Basis. So will man die abendlichen Flaneure anlocken, geöffnet ist bis 24 Uhr.

Beim Berliner Traditions-Unternehmen Eis-Hennig kann man mit besseren Gewissen schlecken. Bei allen Sorten liegt der Fettanteil nur bei 3,5 Prozent. Und Stephanie Matthies, Filialleiterin am Ku’damm, fällt noch ein weiterer Vorteil ein: „Unser Eis macht nicht so schnell pappsatt, da kann man auch mehr verschiedene Sorten essen.“ Über 30 seien abwechselnd im Angebot, grundsätzlich sei aber jede Kombination möglich. Gefertigt wird im Haus, wenn ein Kunde einen ausgefallenen Wunsch hat, könne das prinzipiell zum nächsten Tag gemacht werden. „Einer wollte mal Sangria-Geschmack“, erinnert sich Stephanie Matthies. Das verkaufte sich dann richtig gut.

Auf große Auswahl setzt man auch bei Dolce und Freddo am Nollendorfplatz. Chef Paolo Savaris und seine Mitarbeiter haben über den Sommer rund 60 verschiedene Sorten im Angebot. Eine der neuesten Kreationen heißt Montebianco, unter anderem mit weißer Schokolade. Andere Sorten entstehen gerade, haben aber noch keine Namen, druckst Savaris. Der Maestro will sich nicht in die Karten schauen lassen: „Das ist ein bisschen ein Geheimnis.“

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