Berlin : Kurzmeldungen

Die Quartiermeister: 180 Übernachtungen mit Frühstück in der Schule

Constance Frey

Anderthalb Brötchen, eine Scheibe Brot, zwei Scheiben Schnittkäse, eine Scheibe Wurst, Kaffee, Tee und Müsli, darauf und noch mehr haben Kirchentagsbesucher zum Frühstück Anrecht: So steht es in der „Arbeitshilfe für Quartiermeister“. Das Handbuch ist auch in der evangelischen Gemeinde Lichtenrade ausgeteilt worden. Björn Severin, Marlies Kachel und 20 andere Helfer bereiten hier seit Wochen den Aufenthalt von knapp 180 Kirchentagsbesuchern in der Nahariya-Grundschule vor. „In den letzten Tagen war es etwas chaotisch“, Björn Severin leitet die Operation, „doch es wird schon.“ Die Besprechungen haben bereits Anfang 2003 begonnen. Vor einer Woche ist die heiße Phase angelaufen. Gemeindepfarrer Roland Wieloch hat die Adressen beschafft, um genügend helfende Hände aufzutreiben. Konfirmanden, Senioren und Eltern werden mitmachen.

Björn Severin muss zur Zeit vor allem rechnen. Für 180 Frühstücke an vier Tagen hat er knapp 1300 Euro zur Verfügung. Gegenüber der Schule hat Henry Siemering, Inhaber der Edeka-Filiale einen Extra-Rabatt auf die bestellten Lebensmittel genehmigtAuch der Gemüse- und Obsthändler nebenan geht für die Verpflegung der Kirchentagsbesucher mit den Preisen herunter. Marlies Kachel ist für das Frühstück verantwortlich. Als Mitarbeiterin in einer Kindertagesstätte hat sie Extras für die Kleinen eingeplant. „Wir haben auch Kakao und Nutella.“

Da in der Grundschule noch bis Dienstag Mittag unterrichtet wird, kommen die Einkäufe erst einmal in das Kinder-und Jugendhaus der Gemeinde. Dort häufen sich schon Kaffeemaschinen, Wischlappen, Aschenbecher und Plastikblumen. Die Gäste müssen auch mit Informationen versorgt werden. Hinweise zur nächsten Post, Bankfiliale oder S-Bahnstation werden in eine Informationstafel eingetragen, ebenso wie Listen der Ärzte und Apotheken mit Bereitschaft.

22 Klassenräume werden mit je zwölf Personen belegt. Die Unterbringung ist gemischt, aber bei einem jungen Publikum macht sich Björn Severin keine Sorgen. „Nur unterschiedliche Gruppen wollen wir nicht zusammenlegen.“ Duschen sind zum Glück im Hause vorhanden, ebenso eine Lehrküche mit Kühlschrank. Frühstück wird serviert, ihr mitgebrachtes Geschirr müssen die Gäste aber selbst spülen. Am Donnerstag um 6 Uhr liefert der Edeka-Markt Schrippen, Brot, Käse und Wurst. Ab 6.30 Uhr gibt es dann bis 9 Uhr Frühstück für die Gäste – und danach geht Björn Severin erst einmal schlafen, denn als Quartiermeister hat er Nachtbereitschaft.

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