Berlin : Kurzmeldungen

Ulrich Zawatka-Gerlach

HINTER DEN KULISSEN

Wer Ufos sieht, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ein hellrot leuchtendes Flugobjekt sei Funken sprühend und langsam um sich kreiselnd nach Norden gezogen, berichteten erschreckte Himmelsgucker der „Bild“-Zeitung. Das Blatt druckte am Donnerstag eine Erfolgsmeldung: Regierungschef Wowereit habe die Ufos zur Chefsache erklärt und das Institut für Planetenforschung und Weltraumsensorik eingeschaltet. Das war eine Steilvorlage für den FDP-Fraktionschef Martin Lindner, der noch am gleichen Tag – in der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses – Wowereit auf die Schippe nahm. Der Senat erwarte offenbar, dass die Außerirdischen 50 Milliarden Euro oder vielleicht auch einen neuen Regierenden Bürgermeister mitbrächten. Aber dann landeten die Heilsbringer vom anderen Stern doch nicht vorm Roten Rathaus.

Der Warenaustausch zwischen Deutschland und Madagaskar ist eher bescheiden und lebt vom Import von Gewürzen, Kaffee, Crevetten und Litschis. Aber jetzt kommt der Handel neu in Schwung: mit einer afrikanischen Variante des Brandenburger Tores. Anja Wollny, die Büroleiterin des Wirtschaftssenators Harald Wolf, brachte ihrem Chef ein detailgetreues Modell des Berliner Wahrzeichens aus dem Urlaub in Madagaskar mit. Angefertigt aus einem alten Ölfass. Der Entwicklungshelfer war in diesem Fall ein guter Bekannter Wollnys, der Unter den Linden ein Souvenirgeschäft betreibt. Der hatte seinen ostafrikanischen Geschäftspartnern eine Ansichtskarte mit dem Tor geschickt und die madagassischen Blechkünstler gingen sofort ans Werk. Es gibt inzwischen sogar eine Sparvariante: mit nur zwei Pferden für die Quadriga.

Totgesagte reden länger. Der ehemalige CDU-Landeschef Christoph Stölzl, der mit seinem unvermuteten Rückzug aus der Politik seine Partei gehörig durcheinander gewirbelt hatte, steht wieder am Rednerpult. In der letzten Parlamentssitzung durfte der Kultur- und Wissenschaftssenator a.D. für die Union zur Hochschulpolitik sprechen. Er tat dies in gewohnter Manier, nahm Thomas Manns „Tod in Venedig“ zur Hilfe und zitierte den kranken Aschenbach: „Wie weiter?“. Mit Berlin. Natürlich mit der Wissenschaft, die schon Preußen groß gemacht habe.

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