Berlin : Kurzmeldungen

Gerd Nowakowski

CONTRA

In 80 Tagen um die Welt“, als der Platz durch die Film-Bauten wochenlang kaum noch zu erkennen war, ist abgedreht. Jetzt steht Anfang Juli das Classic Open Air als nächste Großveranstaltung auf dem Programm – auf dem Gendarmenmarkt ist ständig was los. Jeden Tag könnte es zwei Veranstaltungen an dem historischen Ort geben, so groß sei die Nachfrage, stöhnt das Bezirksamt Mitte. Mancher forsche Veranstalter leitet aus der Ablehnung seines Events schnell den Vorwurf ab, Berlin kümmere sich nicht gut genug um seine Investoren. Doch nicht jeder, der dort etwas veranstalten will, passt auch an diesen Ort. Schließlich möchten auch die Berliner ihren schönsten Platz in Ruhe genießen, und nicht nur als Zuschauer am Rande der Absperrungen. Es gilt außerdem, die Einzigartigkeit des Platzes zu bewahren. Der Gendarmenmarkt mit seiner grandiosen Kulisse und besonderen Atmosphäre ist schließlich ein weltweit mit Berlin verknüpftes Bild. Ein solches Markenzeichen muss die Stadt gut pflegen. Damit die Marke strahlen kann, darf sie nicht durch eine Flut von Veranstaltungen gewöhnlich werden. Autopräsentationen, Bier-Feste und Chinapfannen-Märkte gehören hier nicht her, sie machen die Einzigartigkeit des Ortes kaputt. Das gilt auch für den erstmals geplanten Weihnachtsmarkt – der muss etwas besonderes sein. Anderenfalls sollte Berlin lieber darauf verzichten. Weniger Masse, mehr Klasse, muss die Devise lauten: Der Star ist der Gendarmenmarkt; er soll es bleiben.

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