Berlin : Kurzmeldungen

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HINTER DEN KULISSEN

Was haben Wirtschaftssenator Harald Wolf und Showmaster Thomas Gottschalk gemeinsam? Die goldblonden Locken sind’s nicht, aber: Beide lieben Gummibärchen. Wolf macht dafür keine Werbung, ihm reicht das neue Spielzeug im Büro. Auf dem wuchtigen, neubarocken Schreibtisch steht seit kurzem ein solarbetriebenes Gummibärchenkarussell. Das kuriose Gerät – mit vier Gondeln – ist eine Spezialanfertigung des Frauenbetriebes Life e.V. Die Leidenschaft Wolfs für die bunten Gelatineteile hatte sich bis dorthin herumgesprochen. Die KPMSchale auf seinem Tisch bleibt gut gefüllt, aber jeweils vier Gummibärchen sind vor dem Senator jetzt so lange sicher, wie sie Karussell fahren dürfen.

Jetzt wissen es alle: Der Finanzsenator Thilo Sarrazin ist immer für einen Spruch gut und muss sich ab und zu dafür entschuldigen. Seinem knorrigen Humor tut das keinen Abbruch. Am Mittwoch, als der Hauptausschuss des Brandenburger Landtags nach Berlin reiste, um mit dem Fusionsausschuss des Abgeordnetenhauses über die finanziellen Perspektiven eines gemeinsamen Landes zu diskutieren, kam er ein paar Minuten zu spät – und Dagmar Ziegler, Amtskollegin aus Potsdam, hatte ihm längst die Show gestohlen. Mit bunten Folienblättern, voller Statistiken und Grafiken über die Haushaltssituation beider Länder. Das ist eigentlich Sarrazins Metier. „So was Blödes“, brummelte er. „Zum ersten Mal sitze ich ohne Folien da.“ Zwei Minuten später war er wieder obenauf und nannte das künftige Berlin-Brandenburg fröhlich einen „Stadtstaat mit angeschlossener Fläche drumherum“.

Der FDP-Abgeordnete Martin Matz muss sich im Hauptausschuss auch mit den Zuwendungen für Frauenprojekte beschäftigen. Am liebsten würde er die Zuschüsse für Frauenkulturcafés kürzen. „Frauen können auch ohne Steuergelder Kaffee trinken gehen“, meinte er. „Ach Martin.“ Mehr fiel seiner Bürogefährtin Mieke Senftleben dazu nicht ein. Sie ist die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion. Nach dem kleinen Disput um das wichtige Grundsatzthema erhielt Matz Post vom Abgeordnetenhaus, adressiert an die Abgeordnete Matz. Er starrte auf den Brief und seufzte laut: „Das werde ich wohl nicht mehr los.“ Was genau er damit sagen wollte, wissen wir nicht. babs/sib/za

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