Berlin : Kurzmeldungen

Jörn Hasselmann

PRO

Unsere Ganoven rüsten auf – mit modernster Computer- und Kommunikationstechnik schlagen sie der Polizei mit ihren Uralt-Geräten ein Schnippchen nach dem anderen. Nun haben die Ermittler endlich eine Methode, die traumhafte Ergebnisse nicht nur verspricht, sondern liefert: die DNA-Analyse. Doch Richter, die mehr an die Täter und nicht an die Opfer denken, sowie hypersensible Datenschützer bremsen in Berlin die Fahnder aus. „Kindesmörder nach 20 Jahren überführt“, „Vergewaltiger sofort identifiziert“ – derartige Schlagzeilen gibt es seit 1998 immer häufiger – nur in Berlin nicht. Der genetische Fingerabdruck macht es möglich; ein ausgefallenes Haar, ein winziges Tröpfchen Blut reicht, um einen Verbrecher 100-prozentig zu überführen, ganz simpel durch Abgleich im Computer. Je mehr Datensätze gespeichert sind, desto mehr Verbrechen werden aufgeklärt – das ist logisch. Ebenso bekannt ist, dass die meisten Straftäter sich in ihrer kriminellen Karriere steigern, manche langsam, manche schneller. Als Mörder beginnen die wenigsten. Wer aber schon als Einbrecher eine Speichelprobe abgeben musste, wird sich eine weitere Straftat sehr gut überlegen. Gegen die DNA-Technik sind auch die cleversten Verbrecher machtlos, jeder Mensch verliert ständig Haare oder Schweiß. Derzeit müssen nur verurteilte Schwerverbrecher eine Speichelprobe abgeben. Das ist fahrlässig. Das Bundeskriminalamt sollte die DNA aller verurteilten Straftäter speichern – die Zahl der Verbrechen wird sinken, garantiert.

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