Berlin : Kurzmeldungen

Zur Premiere der „Rosenstraße“ im Kino International in der Karl-Marx-Allee schritten die Stars über Rosenblätter. Die „Beste Darstellerin“ des Festivals von Venedig war in den vergangenen Jahren weniger darauf gebettet Katja im siebten Kinohimmel

Heidemarie Mazuhn

Eine schöne Idee: Zur Berliner Premiere des Films „Rosenstraße“ im Kino International lief man im Foyer auf Rosenblättern. Der Star, auf den bis kurz vor 20 Uhr draußen am roten Teppich alles wartete, war dabei von den Medien in den vergangenen Jahren nicht gerade auf Rosen gebettet worden. Katja Riemann, die für ihre Rolle in der „Rosenstraße“ in Venedig den Darstellerpreis erhielt und seitdem in Toronto, in München, Hamburg und nun auch in Berlin gefeiert wurde, war sich noch vor kurzem wie „die meistgehasste Frau im Land“ vorgekommen. Damit ist es nun vorbei und Riemann wieder im siebten Kinohimmel.

Als die Limousinen mit den „Rosenstraßen“-Akteuren vor dem Kino vorfahren, ist die norddeutsche Schönheit sofort von Kameras umzingelt. Die hatten sich vorher mit einigen der 500 geladenen Premierengäste begnügt – darunter Thilo Prückner, Jochen Senf, Irm Herrmann, Ulrike Folkerts und Volker Schlöndorff, dem Ex-Ehemann der „Rosenstraßen“-Regisseurin Margarethe von Trotta. Auch sie gerät im Getümmel um Katja Riemann zunächst ins Hintertreffen. Beim Gruppenfoto dirigiert dann aber wieder die Regisseurin das Geschehen – weist Riemann und Maria Schrader leise an: „Augen links, jetzt langsam nach rechts“.

Bis Katja Riemann im Kino neben ihrem Freund Michael Wenninger Platz nehmen kann, dauert es. Im brokatenen, minikurzen Kostümchen, an den Füßen den angesagten runden 40er-Jahre-Schuhlook, gibt sie geduldig Auskunft. Dass die Dreharbeiten „extraordinär und sehr, sehr schön waren“ und dass man, „so lange noch Menschen leben, die Geschichten wie die aus der Rosenstraße erzählen können, Fragen stellen sollte“.

Fragen, wie sie in der „Rosenstraße“ gestellt werden. Nach deren eindringlichem Filmerlebnis möchte man keine Party feiern. Die Schauspieler haben am Abend noch lange keine. Vor der nächtlichen Dinnereinladung in ein Hotel, das dort steht, wo der Film spielt – in der Rosenstraße, müssen sie in der Karl-Marx-Allee erst mal auf die Bühne – fürs Foto und die Blumen. Ein Strauß bleibt übrig – der für den 77-jährigen Hans-Oskar Baron Löwenstein de Witt, der nicht dabei sein konnte. Das Schicksal seiner Mutter regte die Regisseurin zu Katja Riemanns fiktiver Rolle der Lena Fischer an, die im Film versucht, mit allen Mitteln ihren jüdischen Mann zu retten. „Katja Riemann hat dafür nicht mit Goebbels geschlafen“, verspricht sich Trotta auf der Bühne. „Um Spekulationen vorzubeugen“, wollte sie dies zur Film-Lena erklären.

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