Berlin : Kurzmeldungen

Oliver Schruoffeneger: Nebenberuf Schüler

-

1978 war Oliver Schruoffeneger 16 Jahre alt und „nebenberuflich“, wie er sagt, Schüler der katholischen SalvatorSchule in Reinickendorf. Hauptberuflich engagierte er sich mit anderen Jugendlichen in einer Stadtteil-Initiative, die ein drogenfreies Jugendcafé errichten wollte. Der heutige Grünen-Haushaltsexperte erinnert sich noch daran, dass man sich bei Juppi, dem Alt-Kommunarden aus der Tempelhofer Ufa-Fabrik, Rat geholt hat: „Wie besetzt man ein Haus, wie schaffen wir uns unsere Räume.“ Außerdem gab es noch Umweltschutz-Initiativen, Verkehrsinitiativen und so weiter. Oliver Schruoffeneger war viel unterwegs; die Schulleitung habe es „mit viel Gelassenheit“ akzeptiert, dass er „nicht immer“ anwesend war. Die Gründungsveranstaltung der Alternativen Liste hat er als „irgendwie ganz locker, aber durchaus ernst“ in Erinnerung. Häufig war er zu dieser Zeit nicht zu Hause.

Als die neu gegründete „Alternative Liste“ ihre Büroräume in der Kuno-Fischer-Straße bezog, rief seine Mutter öfter dort an und bat die Mitarbeiter, doch bitte auf ihren Sohn zu achten. Nach seinem Abitur arbeitete er in der Wahlkampfkoordination 1981 mit, vier Jahre später leitete er selbst die AL-Wahlkampfkoordination. Viele Jahre war Oliver Schruoffeneger als Bezirksverordneter tätig, machte sein Diplom als Politologe, war dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fraktion beschäftigt. 2001 zog er ins Abgeordnetenhaus ein. Mit dem Begriff „alternativ“ verbindet er heute immer noch eine „Frage des Lebensgefühls“. „Mir ist halt immer noch ein Off-Theater näher als ein Staatstheater“, sagt der Haushaltsexperte in seinem Büro im Abgeordnetenhaus. sib

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar