Berlin : Kurzmeldungen

Sabine Beikler

HINTER DEN KULISSEN

In dieser Woche stattete eine Delegation aus Peking der Partnerstadt Berlin einen Gegenbesuch ab: Zu Ostern war Parlamentspräsident Walter Momper in die chinesische Hauptstadt gereist – und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit folgte zwei Monate später. Als Fan Yuanmou, Vizepräsident des Pekinger Stadtparlaments, mit Momper und Wowereit zusammentraf, hörte er gar nicht auf, sie mit Lob zu überschütten. Gerade zu den Hoch-Zeiten von Sars sei Momper nach Peking gekommen. Zurück in Berlin bemühte sich der SPD-Mann um transportable Röntgengeräte für die Partnerstadt. Mit medizinischer Ausrüstung und vielen Spenden im Gepäck reiste wiederum Wowereit nach Peking. Als die drei Politiker nun so einträchtig zusammensaßen, sprachen sie auch über die Gesundheit. Herr Yuanmou schwört zum Beispiel auf Grünen Tee. Walter Momper wiederum findet das Heißgetränk manchmal etwas schal. Doch der Pekinger Politiker ließ nicht locker: Grüner Tee sei nicht gleich Grüner Tee, der gute komme aus Südchina. Fan Yuanmou versprach, den Berlinern bald den guten Grünen Tee zukommen zu lassen.

Ganz viele Briefe verschickten der CDU-Fraktionschef Nicolas Zimmer und der jugendpolitische Sprecher Sascha Steuer in letzter Zeit: Genau 2183 waren an Kitas und Horte in Berlin adressiert. In dem Schreiben sprach sich die CDU gegen eine Erhöhung der Kita-Gebühren aus. Postwendend erhielt Nicolas Zimmer viele Antwortbriefe, die ihm zustimmten. Das war zwar zu erwarten, doch eine Zusendung erfreute den Fraktionschef ganz besonders: eine Kinderzeichnung mit Haus, Baum, Sonne und purer Familienidylle. Jetzt überlegt die Fraktion, wo das Bild einen angemessenen Platz bekommt.

Dringend wartete Wolfgang Brauer, der kulturpolitische Sprecher der PDS-Fraktion, während einer Haushaltsberatung auf den Rückruf seines Parteifreundes Thomas Flierl. Brauer hatte wichtige Fragen an den Kultursenator. Doch der als sehr zuverlässig geltende Senator rief nicht zurück. Das hatte einen einfachen Grund: Herr Brauer sprach Thomas Flierl eine Rückrufnummer auf seine Mailbox. Das war allerdings nicht seine Telefonnummer: In der Hektik hatte er Flierl die Titelnummer der „kleinen baulichen Unterhaltung aus dem Kapitel 1730 des Haushaltsplanes“ auf Band gesprochen.

Auf einem Klassentreffen sah die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling eine alte Klassenkameradin wieder, die sie gleich mit den Worten „Du hast mir ein ganzes Wochenende verdorben“ begrüßte. Was war passiert? Die Frau freute sich auf den Besuch ihres Enkels und hatte dafür extra ein Plantschbecken gekauft. Als nun ihr Sohn nebst Enkelkind auftauchte, winkte der Sohn ab. Nein, sein Kind steige nicht in dieses Becken – und hielt seiner Mutter einen Artikel der Grünen-Umweltpolitikerin entgegen. Darin warnte Claudia Hämmerling vor Schadstoffen im Plantschbecken-Plastik. „Mein Sohn ist halt ein Öko“, sagte die Klassenkameradin. Wie der Abend zwischen ihr und Frau Hämmerling weiter verlief, ist nicht bekannt.

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