Berlin : Kurzmeldungen

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HINTER DEN KULISSEN

Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Und es ist auch nicht so, dass die Finanzverwaltung immer nur nimmt. Unter der Schirmherrschaft ihres Senators Thilo Sarrazin spielen sportliche Finanzbeamte am Donnerstag Fußball, und zwar in wohltätiger Absicht. Die Einnahmen aus Spenden und einer Tombola sollen der Artistenschule Contraire und dem UfafabrikCirkus zugute kommen. Das ist gelebte Kinder- und Jugendförderung und müsste auch Sarrazin gut gefallen, der ja auch so eine Art Jongleur ist. Gekickt und gebolzt wird in der Schöneberger Sporthalle; das Turnier hat Tradition. In den vergangenen 25 Jahren wurden auf diese Weise über 100 000 Euro eingesammelt, die traditionell an Jugend- und Sozialeinrichtungen gehen.

Zweierlei verbindet den FDP-Fraktionschef Martin Lindner mit dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten George Bush: der Führungsanspruch und der Hass auf Brokkoli. Von Bush ist die Bemerkung überliefert, er verabscheue Brokkoli. Seit Kindertagen sei das so, als seine Mutter ihn gezwungen habe, das Gemüse zu essen. Nun, da er Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sei, lehne er es ab, Brokkoli zu essen, sagte Bush. So handelte er sich gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft, Anfang der neunziger Jahre, Ärger mit den amerikanischen Brokkoli-Farmern ein. Als Martin Lindner vor Tagen in der Kantine des Abgeordnetenhauses neben dem geschätzten Stück Fleisch Brokkoligemüse auf der Speisekarte fand, dachte er an den Vater des Befreiers von Bagdad und nutzte die Möglichkeiten der freien Marktwirtschaft. Das Fleischgericht solle mit einer anderen Beilage versehen werden, sagte er: mit Rosenkohl und Kartoffelplätzchen. So geschah es. Doch als Lindner sich die Kartoffelplätzchen vornahm, musste er feststellen, dass in ihnen Brokkoli verarbeitet war. za/wvb.

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