Berlin : Kurzmeldungen

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AM BALL

Ganz zu Anfang des Defilees gab’s ein paar Stolperer und einen Sturz: Vor dem roten Teppich war nämlich eine kleine Schwelle übersehen worden. Überhaupt: technisch nicht ganz einwandfrei, die Teppichlogistik. Nach links war das Entree offen – auf diese Weise entkamen den Fotografen Peter SchollLatour und Hans-Dietrich Genscher. Und es zog! Das gab Glitzerpuder auf Gänsehaut. Die schönste Begleitung hatte übrigens Hans-Olaf Henkel, der mit seiner Lebensgefährtin, der rotlockigen FU-Professorin Bettina Hannover kam – samt deren Zwillingsschwester Allmut. Bettina gewann später in der Tombola eine Russlandreise. Den Hauptpreis, einen Mercedes SLK, bekam ausgerechnet jemand, der schon einen Mercedes hat – und zurzeit keinen Führerschein.

Lustig: die Korrespondentinnen der bunten Blätter. Da kamen die interessantesten Menschen vorbei, und alles, was sie wissen wollten, war: „Was tragen Sie heute?“ Oder wenn sie die Gäste kannten: „Ach, Süüüße, bist’ jetzt schon mein Favorit, sag’, wo hast du das denn her?“ Christina Rau fragten sie auch. „Aber das sieht man doch, was ich trage“, antwortete die indigniert, gleichwohl höflich: „Escada, natürlich!“

Laurenz Meyer war an diesem Abend nur im Zweierpack zu haben. Ohne Freundin Sonja Müller tat er keinen Schritt. Und damit sie einander auch ja nicht verloren, verankerten sie sich – mit je einer Hand auf dem Po des anderen. Sogar im Gespräch mit Stoibers.

Wobei Sonja Müller eine schöne Überleitung liefert zum Thema Ballbekleidung. Obwohl Nicole Kidman schon vor zwei Jahren in tief geschnürten Miedern und zipfeligen Röcken durch den Film „Moulin Rouge“ getanzt ist, hielt der Trend vor: Mindestens viermal lief das Müllersche Kleid durchs Gedränge. Cornelia Piepers Ehemann trippelte übrigens fürsorglich immer ganz dicht hinter ihr, damit ihr niemand die Schleppe abtrat. Brigitte Rürup machte ihrem Wirtschaftsweisen alle Ehre und trug das sparsamste Kleid – die Tasche war gleich eingebaut, in einem Rüschenwirbel über der Hüfte (drin zumindest ein Nivea-Lipgloss, den Rest hat sie nicht hergezeigt).

Ballbekleidung bei den Herren: Könnte ein kurzes Kapitel sein (hunderte große eckige Brillengestelle mit Metallrand über Smokings), wenn nicht Otto Schily gewesen wäre. Passend zum leuchtenden Nanna-Kuckuck-Kleid seiner Frau (rot, goldbedruckt) hatte er sich seine Fliege und noch ein buntes Einstecktüchlein ausgesucht.

Leckerster Büffetstopp: die Pralinentheke. Drei Meter lang, in der Mitte ein riesiges rundes Tablett mit 2400 hellen, dunklen, rosafarbenen, weißen, zuckrigen… Die hatte der runde nette „Drei Meister“-Pralinenfabrikant Hans-Wilhelm Schröder mitgebracht. Seit fünf Jahren liefert er von Jahr zu Jahr mehr Süßes. 100 Kilo beim ersten Mal. Jetzt waren’s schon 200.

Der gemütlichste Ball-Stopp: die Zigarrenlounge in der Marlene-Bar. Davor stand, so gegen 23 Uhr, der Herzspezialist Roland Hetzer samt Ehefrau. Die rauchte eine ganz dicke Davidoff. Ob wir fotografieren dürfen? Der Arzt verzog das Gesicht. „Nicht mit Zigarre“, sagte er. Schlecht fürs Geschäft?

Ungewöhnlichster Party-Ort: die Damentoilette. Gleich davor stand die Disco-Bühne, also war die Musik sehr laut. Tanzen beim Schminken: Das gab ein paar verrutschte Lidstriche.

Und der beste Künstler? Nö, nicht Stargast Dionne Warwick. Ehrlich (Entschuldigung, liebe Fans), aber ihr ist doch über die vergangenen 60 Jahre irgendwann die Stimmgewalt abhanden gekommen. Nein, am besten sang der 25-jährige, lockenhäuptige Moritz Weißhaupt (der Gott sei Dank vor kurzem nicht bei „Starsearch“ gewonnen hat). Den ganzen Abend lieferte er im Foyer ein tolles Programm – von Lionel Ritchie kann er alles. Wer ihn mieten will: Ein abendfüllendes Programm gibt’s schon ab 850 Euro ( www.espritevent.com ). rcf

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