Berlin : Kurzmeldungen

-

SCHWEDENHÄPPCHEN

Drei Ikea? Nein, vier!

Streng genommen ist es nicht der dritte, sondern der vierte Laden, den Ikea in Berlin aufgemacht hat. Bevor 1978 erstmals die Türen in Spandau öffneten, hatte Ikea schon ein Geschäft im Ku’dammKarree. Dieses hat der Konzern aber aufgegeben, weil in Spandau genug Platz war .

Billig, da steht Berlin drauf

Berlin ist auch deshalb ein so wichtiger Markt für Ikea, weil die Berliner weniger Geld in der Tasche haben als andere Großstädter. Klingt paradox, ist aber tatsächlich so. „Günstige Preise spielen in Berlin eine sehr große Rolle“, erklärt Werner Weber, Deutschland-Chef des schwedischen Möbelkonzerns. Und da passe das Angebot mit günstigen Möbeln genau hinein.

Und Hohenschönhausen?

Ein weiterer Laden soll in Hohenschönhausen entstehen. Das sehen jedenfalls die Pläne von Ikea vor. Nach den Worten von Werner Weber hört es sich indes nicht so an, als sei mit einem baldigen Baustart zu rechnen. „Wir wollen jetzt erst einmal schauen, was in Berlin passiert, und dann geht das Schritt für Schritt vorwärts.“ Mit anderen Worten: Erfüllt der gestern eröffnete Laden nicht die hoch gesteckten Erwartungen der Konzernleitung wird es mit dem neuen Standort in Hohenschönhausen erst einmal nichts. Stattdessen haben andere Orte auf der Deutschland-Karte Priorität. Fürth und Mannheim, wo nächstes Jahr Neueröffnungen anstehen, oder Erfurt zum Beispiel. Weber glaubt, dass sich insgesamt 45 Ikea-Filialen für Deutschland tragen. 32 Läden hat der Konzern jetzt. „Darüber hinaus könnte man überlegen, ob sich kleinere Ikea-Filialen für kleine Städte rechnen“, sagt Weber dem Tagesspiegel. Zurück zu den Wurzeln also. Die erste Berliner Ikea-Filiale im Ku’damm-Karree war schließlich auch wesentlich kleiner als die heutigen Läden.

Erfolgserlebnisse

Jeder braucht Erfolgserlebnisse, auch Hans Eichel. Auf die Frage, worauf der Finanzminister besonders stolz sei, sagte er jüngst dem Nachrichtenmagazin Focus: „Ich habe einen Ikea-Schrank ohne fremde Hilfe aufgebaut.“ Das soll man, folgte man der Aufbauanleitung, zwar nicht machen, aber es macht ungemein stolz.

Schweden-Familie

„Hej“ sagt der Schwede, wenn er auf der Straße oder sonstwo alte Bekannte trifft. Rund 90000 Berliner müssten sich auch so ansprechen, denn sie sind Mitglieder der Ikea-Familiy. Das ist ein Stammkunden-Klub, der in Berlin so groß ist wie in keiner anderen deutschen Stadt. Besonders beliebt: das alljährliche Krebsfleischessen im Ikea-Restaurant.

Türkische Kunden

Bislang machen türkischstämmige Berliner einen Bogen um Ikea. Nicht zufällig haben die Strategen für die Werbekampagne im Vorfeld der Eröffnung deshalb einer türkischen Familie am Wohnzimmertisch blonde Perücken aufgesetzt: In dem neuen Laden sollen auch Türken für Schweden begeistert werden. Das spiegelt sich auch im Angebot des Hauses wider. Ikea-Marktforscher haben Türken nach ihren Einrichtungswünschen befragt und versucht, die Ergebnisse mit dem schwedischen Design zusammenzu- bringen. Das Ergebnis beschreibt Store-Planerin Eugenie Schwarz-Radek so: „Türkische Familien zeigen gerne ihre schönsten Sachen wie Porzellan oder Glas vor, sie mögen Teppiche und Kissen.“ Das bedeutet in der Konsequenz: Am Sachsendamm gibt es mehr Vitrinen zu sehen und mehr Meterware in den Musterzimmern.

Berliner Zimmer

52 Musterzimmer gibt es im neuen Haus, einige davon sind auf Berliner Altbaumaß zugeschnitten – mit extra hohen Decken.

Kuschelrunde

Um junge Leute nicht aus den Augen zu verlieren gibt es – ebenfalls Premiere in einem Ikea-Haus – eine Lounge mit kleinen Wohninseln, in denen junge Leute es sich bequem machen können. In einer Ecke mit gedämpftem Licht darf gekuschelt werden, eine kleine Bühne steht für Nachwuchskünstler zur (fast) freien Verfügung. In diesem Teil der Ausstellung hat Designerin Jeannette Guttenberg viele Sachen aus dem Ikea-Sortiment drapiert, die für den Geldbeutel der 12- bis 19-jährigen Zielgruppe erschwinglich sind. Plüschige Kissen zum Beispiel, Wandleuchten aus Plastik in Form eines großen Mundes, „Sachen, die Teenies interessieren könnten.“ oew

0 Kommentare

Neuester Kommentar