Berlin : Kurzmeldungen

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HINTER DEN KULISSEN

Der kunstsinnige André Schmitz, im Hauptberuf Chef der Senatskanzlei, hat den etwas öden Säulensaal des Roten Rathauses mit Gipsfiguren verschönert. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit fand das komisch. Spottlustig, wie er nun mal ist, taufte er den Saal in das „Schmitzsche Preußenkabinett“ um. Doch inzwischen ist Wowereit selbst zum Kabinettstück geworden. Als der große schöne Weihnachtsbaum aus Südtirol vor dem Rathaus aufgestellt wurde, brachten die österreichischen Gäste noch etwas mit: Ein in frische Fichte gemeißeltes Konterfei des Berliner Regierungschefs. Schmitz sorgte dafür, dass das Kunstwerk nun auch den Säulensaal schmückt. Den Beamten der Senatskanzlei wurde aber strikt untersagt, das gute Stück „Großer Holzkopf“ zu nennen.

Europa ist ein Abenteuer: So hat Michael Cramer, der Mr. Nahverkehr der Berliner Grünen, seine Bewerbungsrede auf der Bundesdelegiertenkonferenz seiner Partei überschrieben. Cramer wurde auf den zehnten Platz der Europa-Liste nominiert. Damit hat er gute Chancen, ins Europäische Parlament einzuziehen. Einer der ersten Gratulanten war Andreas Graf von Arnim, der Chef der Berliner Verkehrsbetriebe. Er sieht Cramers Kandidatur mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Berlin werde einen BVG-Unterstützer verlieren, aber Europa einen profilierten Anhänger des öffentlichen Nahverkehrs gewinnen. „Bahn frei für Cramer“, schrieb von Arnim in seinem Glückwunschbrief.

Wie gut, dass der CDU-Abgeordnete Karl-Georg Wellmann „direkt“ liest. Das Magazin für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes überraschte vor anderthalb Jahren seine Leserschaft mit einer Enthüllung über den Finanzsenator Thilo Sarrazin. Nach seinem Traumberuf gefragt, sagte der Berlin-Sanierer, er habe als Kind gern „Oberförster“ werden wollen. Daran erinnerte sich der Abgeordnete Wellmann, als er sich vor kurzem darüber wunderte, dass der Finanzsenator nichts davon hält, die Verwaltung der Berliner Forsten kostensparend mit der entsprechenden Brandenburger Behörde zusammenzulegen. Nun will Wellmann vom Senat wissen, ob diese Weigerung mit Sarrazins früherem Berufswunsch zu erklären sei und ob der Senator Ambitionen habe, sich „nach dem absehbaren Scheitern seiner Finanzpolitik“ zum Oberförster umschulen zu lassen. za/sib/wvb.

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