Berlin : Kurzmeldungen

Ulrich Zawatka-Gerlach

HINTER DEN KULISSEN

Erst feste arbeiten, dann Feste feiern. Von diesem Lebensmotto ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit so sehr überzeugt, dass er auch jenen Genossen Gutes tun will, die keine regelmäßigen Partygänger sind. Als das Kabinett am Montag im Senatsgästehaus mal wieder über Haushaltszahlen brütete und es auf Mitternacht zuging, war SPD-Fraktionschef Michael Müller mit den Gedanken schon auf dem Weg nach Hause. Denn am Dienstag hatte er 39. Geburtstag; da wollte Müller die Familie wenigstens kurz sehen. Aber: Eine Minute nach zwölf gingen im Gästehaus die Flügeltüren auf und ein frisch gebackener Kuchen wurde hereingebracht. Alle sangen Happy Birthday, dirigiert von Wowereit, und Michael Müller war gerührt. Eine Stunde saß man anschließend noch zusammen.

Das Abgeordnetenhaus in der Niederkirchnerstraße war am Mittwoch und Donnerstag eine feste Burg. Den protestierenden Studenten sollte es nicht gelingen, die Plenarsitzung des Parlaments und – wie einen Tag zuvor – den Hauptausschuss zu stören. Immer wieder wurden die Sicherheitskräfte in Diskussionen mit jungen Leuten verwickelt, die sich als Opfer der rot-roten Sparpolitik sehen. Einem dieser Menschen erklärte ein geduldiger Polizeibeamter, dass er ihn nicht hereinlassen dürfe, weil die Bannmeile geschützt werden müsse. Er wollte wohl sagen, dass die Bannmeile dafür da sei, das Parlamentsgebäude zu schützen. Aber egal. Der angebliche Student gab sich schließlich als FDP-Abgeordneter Martin Matz zu erkennen, um noch einigermaßen pünktlich in den Hauptausschuss zu kommen.

Justizsenatorin Karin Schubert lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Und auf den Mund ist sie auch nicht gefallen. Selbst wenn der Gesprächspartner Edmund Stoiber heißt, neigt sie nicht zur Schüchternheit. Irgendwie kamen der CSU-Mann und die Sozialdemokratin auf Frauen in der Politik zu sprechen und der bayerische Ministerpräsident erklärte stolz, er habe jetzt „40 Prozent Ministerinnen im Kabinett, die Frauen sind“. Da sei Berlin schon weiter, konterte Schubert trocken. „Bei uns sind alle Ministerinnen Frauen“.

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