Berlin : Kurzmeldungen

Erst sah es nach einem Silvester ohne Fete am Brandenburger Tor aus. Doch nun steht es fest: Es wird auch dieses Jahr gefeiert. Motto: „Welcome 2004 – Berlin Open End“ Partymeile mit Knalleffekt

Lothar Heinke

Die Drängelei wird wieder so groß sein wie die Erwartung, mit der Hunderttausende zur Freiluft-Silvester-Party rund um das Brandenburger Tor kommen. Gestern stellte Willy Kausch als Geschäftsführer von „Silvester in Berlin“ (SiB) das Programm für „Welcome 2004“ vor – eine Mischung aus Musik, Show, Essen, Trinken und Artistik mit dem Höhepunkt eines zwölfminütigen Feuerwerks. Um der Stimmung auf dem Pariser Platz Internationalität zu verleihen, zeigt eine 40 Quadratmeter große Videowand wie „all over the world“ Silvester gefeiert wird: in Moskau, New York, Caracas, Rom, Sydney, London und Barcelona. Dazu passend läuft eine Show mit Musik und Künstlern aus jenen Städten.

Die Festmeile reicht von der Ecke Schadowstraße/Unter den Linden bis zum Kleinen Stern auf halber Strecke zwischen Entlastungsstraße und Siegessäule. Auf diesen zwei Kilometern stehen vier Showbühnen, ein 40 Meter hohes Riesenrad, zahlreiche Essstände, Disco-Treffs und die Zelte einer Brauerei aus der Eifel, die frisch gezapftes Bier und deftige Hausmannskost verspricht. Die Absage des Hauptsponsors Sat1, der in den vergangenen Jahren einen Teil des Programms auf einer Extra-Bühne nahe dem Tor bestritt, wird durch die Präsenz mehrerer anderer Fernsehsender und deren Live-Übertragungen ausgeglichen. Neuer Hauptsponsor ist das Mobilfunk-Unternehmen T-Mobile. Dessen Regionalleiterin Iris Posth sagte, schon seit Wochen seien die Techniker ihres Unternehmens dabei, die Silvesternacht vorzubereiten. Schließlich soll jeder, der Lust dazu hat, rund um Mitternacht seinen Lieben SMS-Kurzmitteilungen oder Handy-Grüße schicken kann. Dazu müssen ausreichend Mobilfunkkapazitäten zur Verfügung stehen: 75000 SMS und Telefonate mit dem Handy wurden in der ersten halben Stunde des Jahres 2003 am Brandenburger Tor in die Welt gesandt, in der Silvesternacht 2002 sausten bundesweit 41 Millionen SMS durch den Äther.

Das Musikprogramm wird von den Puhdys, Oli P. und Mister President bestritten sowie den 4 Peppers, Carmen Zapata, The Clogs und die Berliner Mädchengruppe Samajona. Spannung verspricht ein Auftritt der Traber-Show, bei der Vater und Sohn Johann Traber 52 Meter hoch einen Pas de deux auf dem Drahtseil tanzen und mit ihrem Motorrad einen fünfzehnfachen Salto vollführen wollen.

An der Strecke werden vier „temporäre Feuerwachen“ eingerichtet, Feuerwerkskörper dürfen nicht in das Gelände mitgenommen, sondern müssen vorher an vier Stellen abgebrannt werden. Die Polizei ist mit 800 Mitarbeitern am Ort, der S-Bahnhof Unter den Linden wird ab 16 Uhr geschlossen, wahrscheinlich auch das Teilstück der Wilhelmstraße mit der Sicherheitssperre vor der Englischen Botschaft. Dennoch erwartet der Veranstalter großen Zuspruch: Nach einer Studie kommt die Hälfte der auswärtigen Gäste aus Großstädten – die meisten übrigens aus München.

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