Berlin : Kurzmeldungen

Die Berliner kaufen mehr als 3000 Tonnen Feuerwerk. Feuerwehr warnt vor illegalen und gefährlichen Böllern

Jörn Hasselmann

Jeder Berliner verballert Silvester durchschnittlich ein Kilogramm Feuerwerk. Zu den 3000 Tonnen an legalen Knallern kommen nach Schätzungen der Feuerwehr noch etwa 300 Tonnen illegal über die polnische oder tschechische Grenze importierte Superböller. Und von denen geht die größte Gefahr aus. Der Zoll soll an der Grenze schon Knaller sichergestellt haben, in denen ein Kilogramm Sprengstoff drin war, sagte Feuerwehrchef Albrecht Broemme gestern: „Eigentlich unglaublich.“ Die Menge reiche aus, um „ein Haus flachzulegen“. Auf jeden Fall doch, um Finger und Hände abzureißen. In Böllern mit der vorgeschriebenen Zulassung durch die Bundesanstalt für Materialprüfung dürfen maximal sechs Gramm Schwarzpulver sein. Alles andere sei lebensgefährlich, warnte die Feuerwehr gestern eindringlich. Im letzten Jahr wurden 500 Menschen durch Feuerwerk verletzt, überwiegend Jugendliche. In diesem Jahr befürchtet die Feuerwehr eine ähnlich hohe Zahl. 38 Krankenhäuser bereiten sich in dieser Silvesternacht auf Böller-Verletzte vor. 1600 Feuerwehrleute und Helfer werden bei diesem Jahreswechsel im Einsatz sein.

Die Kontrolleure sind jetzt schon unterwegs. Die Polizei hat gestern in einem Asia-Laden in der Rhinstraße gefährliche Polenböller beschlagnahmt. 306 Kilogramm reiner Sprengstoff wurden mit einem Spezialtransporter zum Sprengplatz gebracht. Der Geschäftsführer und vier Angestellte wurden angezeigt, das Geschäft geschlossen. Für die Polizei war es ein Zufallsfund: Zuvor war bei einer Verkehrskontrolle ein Autofahrer mit einer „Sprengrolle“ – eine Art Feuerwerksbatterie in Form einer Torte – aus diesem Laden aufgefallen. Sie hatte kein Prüfzeichen. Daraufhin wurde das Geschäft durchsucht. Wie Feuerwehr-Chef Broemme gestern sagte, seien die bezirklichen Wirtschaftsämter „mit den Kontrollen hoffnungslos überlastet“. Flächendeckende Kontrolle sei unmöglich.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar