Berlin : Kurzmeldungen

Sabine Beikler

HINTER DEN KULISSEN

Neben Stars, Sternchen und wichtigen Filmleuten dürfen auch Berliner Landespolitiker bei einer Berlinale-Eröffnung nicht fehlen. Grünen-Fraktionschefin Sibyll Klotz war jedoch verhindert und suchte adäquaten Ersatz: Das Los zog Ramona Pop, frisch diplomierte Politikwissenschaftlerin und mit 26 Jahren Berlins jüngste Abgeordnete. Doch auf dem Weg zur Festivalpremiere erreichte sie die SMS eines Freundes, der ihr mitteilte, dass Jude Law, Frauenschwarm und Hauptdarsteller des Eröffnungsfilms „Cold Mountain“, gerade abgesagt hatte. Das trübte die Freude der Politikerin auf das bevorstehende Event erheblich. Doch Frau Pop stand mit ihrer Enttäuschung nicht allein da. Ihr Sitznachbar, der SPD-Fraktionschef Michael Müller, fand es außerordentlich bedauerlich, dass auch die Hauptdarstellerin Nicole Kidman abgesagt hatte. So schauten sich die beiden einträchtig den in Rumänien gedrehten Eröffnungsfilm an. Und dabei kam Frau Pop doch noch ins Schwärmen: Sie ist in Rumänien aufgewachsen und erzählte Herrn Müller während des Films von ihrer alten Heimat. Darüber vergaß auch der SPD-Politiker, dass Nicole Kidman gar nicht anwesend war. Echt filmreif.

Zurzeit werden im Hauptausschuss die Finanzen rauf und runter dekliniert. Manch einer der Anwesenden konnte am Freitag nach mehreren Stunden der x-ten akademischen Diskussion über die Auslegung des Verfassungsgerichtsurteils zum Landeshaushalt nicht mehr folgen. Als es aber um die Frage ging, wie die Globalhaushalte der Bezirke generell zu bewerten sind, wandte sich PDS-Haushälter Marian Krüger enthusiastisch an seinen CDU-Kollegen Matthias Wambach mit den Worten „Genosse Wambach“. Er beeilte sich, unter Gelächter der Ausschuss-Mitglieder, schnell hinzuzufügen, dass das Wort „Genosse“ in diesem Fall Ausdruck gegenseitiger Sympathie und der guten fachlichen Zusammenarbeit sei. Darauf Matthias Wambach: „Sagen Sie das bitte nicht so laut. Da hinten sitzt mein Generalsekretär.“ CDU-Generalsekretär Gerhard Lawrentz, Baustadtrat in Tempelhof-Schöneberg, war als Bezirksvertreter anwesend. Sein Kommentar zum „Genossen“: Das Wort käme aus dem Germanischen und würde übersetzt „Helfer in der Not“ heißen. Wie weit eine Symbiose von CDU und PDS gediehen ist, darüber lässt sich noch keine verbindliche Aussage treffen.

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