Berlin : Kurzmeldungen

Banken-Skandal: Zwei Schlüsselfiguren stehen im ersten großen Prozess vor Gericht. Es geht um die Firma Aubis

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Zwei Jahre ist es jetzt her, dass die beiden AubisManager Christian Neuling und Klaus Wienhold festgenommen wurden – nun, am Dienstag, beginnt endlich der Prozess gegen die beiden. Sie gelten als Schlüsselfiguren im Berliner Bankenskandal, der die Stadt allein bis 2006 mindestens 675 Millionen Euro kosten wird. Schon im März 2002 wurde Anklage gegen Wienhold und Neuling erhoben, Vorwurf: gemeinschaftlicher Betrug und Betrugsversuch zulasten der BerlinHyp, welche zur Berliner Bankgesellschaft gehört.

Welche Schuld an der Misere der Bank tragen die Aubis-Geschäftsführer; haben sie gegenüber der Bank falsche Angaben gemacht? Diese Fragen soll nun der erste große Strafprozess in Folge des Skandals klären. Um die Parteispenden von insgesamt 40000 Mark, die Wienhold an BerlinHyp-Vorstandssprecher Landowsky übergab, wird es nicht gehen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat im Frühjahr 2001 eine Sonderermittlungsgrup- pe eingesetzt, die sich mit der strafrechtlichen Aufarbeitung der Bankenaffäre befasst. 124 Verfahren hat sie bislang eingeleitet. Dass der erste größere Prozess erst jetzt, zwei Jahre nach Anklageerhebung, beginnt, liegt an der Überlastung der Berliner Gerichte. Sie mussten sich zunächst „älteren, vorrangigen Verfahren“ widmen, wie es hieß. In der Zwischenzeit haben zwei Bürgerinitiativen immer wieder auf schnellere Aufklärung gedrungen und gemutmaßt, dass die Bank, die Politik und die Justiz bewusst verschleierten und verschleppten. Im Schiller Theater setzte sich gestern der Finanzsenator Sarrazin dem Zorn der Zuhörerschaft aus – die Bankenaffäre ist längst nicht ausgestanden. dae

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