Berlin : Kurzmeldungen

Sabine Beikler

HINTER DEN KULISSEN

Henry Maske mit entblößtem Oberkörper: Auf diesen Anblick war Grünen-Kulturpolitikerin Alice Ströver gar nicht gefasst. „Hey, was ist denn das“, raunte sie am Donnerstag während der Parlamentssitzung ihrem Nachbarn Wolfgang Wieland ins Ohr. Und dann folgten noch ganz viele Henry Maskes: im Urlaub am Mittelmeer, beim Skifahren, beim Modeln. Wie das? Wolfgang Wieland ist seit kurzem stolzer Besitzer von 27 Fotos mit Henry Maske. Auf einer Auktion zugunsten von „Reporter ohne Grenzen“ ersteigerte Wieland für 300 Euro eine Einwegkamera, mit der der Box-Champion sich selbst ablichtete. Neben Henry Maske machten auch andere Promis bei der Auktion mit, die einen Erlös von 42000 Euro für „Reporter ohne Grenzen“ brachte. Und weil Wieland als Spitzenkandidat der Brandenburger Grünen antritt, wollte er partout eine Kamera von einem prominenten Brandenburger.

Thilo Sarrazin (SPD) sieht die Bilanz seiner Arbeit sehr nüchtern. Der Finanzsenator wurde im Parlament gefragt, was er von Erfolgsprämien bei BVG-Mitarbeitern halte. Zumal es sich bei den Verkehrsbetrieben um ein Unternehmen handle, das rote Zahlen schreibt und leitenden Mitarbeitern Spitzengehälter zahlt. Selbst bei einem defizitären Unternehmen könne man von Erfolgen sprechen, wenn es in einzelnen Bereichen Erfolge verbuche – „sonst hätte ich als Finanzsenator ja nie Erfolg“. Sarrazinsche Weisheit.

Es hat nichts mit ihrem Chef, dem Finanzsenator, zu tun, betont Sandra Hildebrandt: Die 32-jährige persönliche Referentin von Thilo Sarrazin hört bei der Finanzverwaltung auf und wechselt zum 1. April zur Berliner Kommunikationsagentur Ahrens & Behrent, wo sie als PR-Beraterin für Public Affairs tätig sein wird. Frau Hildebrandt charakterisiert ihren Noch-Chef als „hochintelligenten Menschen“, der allerdings „manchmal etwas geduldiger“ sein könnte. Wer ihr Nachfolger beziehungsweise ihre Nachfolgerin wird, steht noch nicht fest.

Er beziehungsweise sie, Redeliste statt Rednerliste, Sprecherinnen oder Sprecher: Beim Gender Mainstreaming steht Thorsten Metter von der Pressestelle der SPD-Fraktion dem Grünen-Ansinnen, die Geschäftsordnung sprachlich der Geschlechtergleichstellung anzupassen, in nichts nach. Erfolgreich hat er ein „Genderkompetenztraining“ absolviert und ein Diplom erhalten. Er ist jetzt Fachmann für „Einstellungsveränderung und Verhaltensinnovation, die dazu beitragen sollen, die eigene Genderkompetenz zu fördern“. Glückwunsch!

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