Berlin : Kurzmeldungen

Sabine Beikler

HINTER DEN KULISSEN

Innerhalb weniger Minuten trat Peter Strieder am Mittwoch gleich viermal zurück: als Senator, als SPD-Landesvorsitzender, als Abgeordneter und als Mitglied der Bundesversammlung. Das betrübte vor allem die Sozialdemokraten im Kreisverband Treptow-Köpenick – in zweifacher Hinsicht. Am Donnerstag verschlug es dem Kreisvorsitzenden Karlheinz Nolte die Sprache, als er ein kostenloses Bezirksblättchen in den Händen hielt. In großen Lettern musste er lesen: SPD-Kreisverband Treptow-Köpenick nominierte Peter Strieder als Landesvorsitzenden. Die Nominierung lag nur schon Wochen zurück. Auf die aktuellen Ereignisse konnte das Monatsblatt nicht mehr reagieren. So bleibt Karlheinz Nolte die Erkenntnis, dass es sein Verband auf die Titelseite brachte – und die Politik ein sehr schnelllebiges Geschäft ist.

Zwischen FDP-Fraktionschef Martin Lindner und PDS-Wissenschaftssenator Thomas Flierl gibt es keine großen Sympathien. Während der Studenten-Streiks bezeichnete Lindner den PDS-Politiker als „Puddingsenator“. Auf dem PDS-Parteitag am vergangenen Sonntag dann frotzelte Flierl vor Delegierten: Er lasse sich ja gern als „Puddingsenator“ bezeichnen, nur weil er mit protestierenden Studenten diskutiert und sich erlaubt habe, die Polizei nach Hause zu schicken, um die Besetzung seines Büros friedlich zu beenden. Adressiert war seine Äußerung an den „neoliberalen Chefpopulisten“ der FDP. Genutzt haben ihm seine Worte nicht: Mit Pauken und Trompeten fiel Flierl bei seinem Parteivolk durch, das sein Studienkonten-Modell abgelehnt hat. Nach dem Parteitags-Ende vergingen keine fünf Minuten, als sich Lindner meldete und den Rücktritt des „Puddingsenators“ forderte, der zu einer schlappen Witzfigur im Senat degeneriert sei. Fortsetzung folgt garantiert.

Mallorca ist bei Berlins Politikern ein beliebtes Reiseziel über Ostern. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit verbringt seinen Urlaub – mit kurzer Unterbrechung wegen Strieders Rücktritt – auf der Balearen-Insel und spielt dort Golf. Jetzt folgt Joachim Zeller. Der CDU-Landeschef fliegt am Sonntag nach Mallorca und wird dort mit 14 anderen Vereinsmitgliedern des TC Albert Gutzmann seine Tennistechnik verbessern. Ein Treffen ist nicht geplant. Aber vielleicht laufen sich die Herren dort ja mal zufällig über den Weg.

Die Grünen dichten gerne. „Kauf kein Ei mit einer Drei, denn die Drei steht für Tierquälerei“, steht auf einer Pressemitteilung der grünen Tierschützerin Claudia Hämmerling. Die Abgeordnete warnt vor dem Genuss von Eiern aus Legebatterie-Haltung. Eier mit einer „Eins“ auf der Schale stammen aus Freilandhaltung, die „Zwei“ steht für Bodenhaltung. Und wer gar nichts falsch machen will, der kauft Eier mit einer „Null“ für rundum glückliche Hühner. Na dann: Frohe Ostern!

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