Berlin : Kurzmeldungen

Sabine Beikler

HINTER DEN KULISSEN

Als 1989 die ersten 150 Raver über Tauentzienstraße und Kurfürstendamm tanzten, hätte es niemand für möglich gehalten, dass sich die CDU 15 Jahre später als lautstarke Befürworterin der Love Parade outet. Auch die anderen Parteien wollen nicht, dass Berlin den Mega-Rave verliert. Was alle eint, ist die Liebe zur Musik – und die Meinung, dass das Konzept der Parade überholt ist. „Techno ist nicht der Brüller“, sagen Claudia Hämmerling von den Grünen und CDU-Politiker Kai Wegner. Frau Hämmerling hätte lieber Oldies, Kuschelrock oder Rock ’n’ Roll, Kai Wegner findet Bryan Adams klasse, FDP-Fraktionschef Martin Lindner würde es bei Anastacia oder „Wir sind Helden“ auf die Straße ziehen, Senatssprecher Michael Donnermeyer könnte sich mit „Weltmusik“ anfreunden – und PDS-Wirtschaftssenator Harald Wolf ist eher ein „Oldie“ und verehrt die Rolling Stones. Ginge es nach dem Musikgeschmack der Politiker, dann hätte Berlin sicher ganz viele Love Parades.

Politiker gehen immer öfter in Sportstudios, wollen fit sein und überflüssige Pfunde loswerden. Seit kurzem wandelt auch Frank Henkel auf sportlichen Pfaden. Dreimal die Woche joggt der CDU-Politiker jetzt abends rund um die Museumsinsel. Um sich zu motivieren, hat Herr Henkel sich erst einmal kleine Ziele gesteckt: Zurzeit läuft er zwei bis drei Kilometer – mit steigender Tendenz. In der CDU-Fraktion spricht man sogar schon von der „Option Halbmarathon“.

Bilkay Öney, von den Grünen entsandtes Mitglied in der Bundesversammlung, ist zum internationalen Medien-Star avanciert. Während eines Türkei-Urlaubs wurde die 34-jährige türkischstämmige Deutsche vom Fernsehsender TRT INT zum Thema Integration interviewt. Diese Sendung ist europaweit ausgestrahlt worden. Seitdem bekommt sie auf Berliner Straßen viel Zuspruch: Frau Öney findet, dass Integration hierzulande ohne das Erlernen der deutschen Sprache nicht funktionieren kann.

Holger Krestel wird besonders beflügelt aus dem Osterurlaub zurückkehren. Der FDP-Abgeordnete lebt seit zwölf Jahren in einer „Fernehe“: Seine Ehefrau leitet bei Graz in der Steiermark eine Schule. Am kommenden Montag wird er mit dem ersten Direktflug der Fluggesellschaft Fair-line von Graz nach Berlin in Schönefeld landen. Einziger Wermutstropfen für den Liberalen: Gern wäre er in Tempelhof gelandet, doch das sei durch die „rot-rote Abbruchpolitik“ leider nicht möglich. Tempelhof wird bekanntlich noch in diesem Jahr geschlossen. Man kann eben nicht alles haben.

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